Polizeihubschrauber über dem Raum Brilon - das war der Grund

Westfalenpost / Lokalausgabe

29.07.2020

Am Dienstagabend kreist ein Polizeihubschrauber sechs Stunden über den Raum Brilon. Ein Einsatz mit ernstem Hintergrund. Das sagt die Polizei.

Mit Hubschrauber und mehreren Streifenwagen hat die Polizei am Dienstag von 17.30 bis etwa 23.30 Uhr im Großraum Brilon nach drei Jugendlichen im Alter von 13, 13 und 11 Jahren gesucht. Die drei Jungs wohnen in einer Kinder- und Jugendeinrichtung im Raum Brilon.

Konkretes Suchziel

Dort, so Polizeisprecher Sebastian Held, sei es am Nachmittag zu einem Streit gekommen, nach dessen Verlauf die drei Jungs die Einrichtung verlassen hätten. „Erst wenn wir ein konkretes Suchziel haben, können wir auch einen Polizeihubschrauber einsetzen“, so Held. Dieses Ziel kristallisierte sich demnach im Laufe der Suche im Raum Alme/Wülfte heraus.

„Hummel“ stundenlang im Einsatz

In den sozialen Netzwerken wird schon den ganzen Tag über spekulkiert, warum ein Hubschrauber so lange in der Luft war. Auch in Brilon war die „Hummel“ zu hören und zu sehen. Laut Sebastian Held haben die Jungs Kontakte in den Raum Dortmund, weshalb auch dort die Beamten eingeschaltet wurden.

 

Die Suche wurde am Abend ergebnislos eingestellt. Die Polizei sucht weiterhin nach den Jugendlichen; sie geht aber nicht davon aus, dass ihnen etwas zugestoßen sein könnte. Wer die drei Jungen sieht – sie sollen alle etwa 1,60 Meter groß sein – wird gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

 

 

Schützenmesse Sonntag im Park

Westfalenpost / Lokalausgabe

23.07.2020

Wülfter bitten darum, die Häuser zu beflaggen

Wülfte. Trotz der Absage des Schützenfestes bittet die Schützenbruderschaft Wülfte die Bevölkerung darum, ihre Häuser zu beflaggen: Unter den bestehenden Pandemie - Regeln findet am Sonntag, 26. Juli um 10 Uhr eine Schützenmesse im Park mit anschließender Gefallenenehrung am Ehrenmal statt. ,,Um die Jubilare auch in diesem Jahr zur Geltung kommen zu lassen, haben wir uns dazu entschlossen, ihre Fotos zu veröffentlichen und gratulieren ihnen auf diesem Wege ganz herzlich zu ihren Jubiläen"so die Bruderschaft.

Jubelkönigspaar 25 Jahre ist dieses Jahr Theo Schmidt mit seiner damaligen Königin Jutta Göke, geb. Gossmann. ,,Da unsere langjährigen Partner, die Brauerei Westheim, sowie der Getränkefachhandel Peter Bergmann auch hart von der Corona Pandemie betroffen sind, möchten wir euch höflich bitten, diese durch den Kauf von Produkten aus dem Hause Westheimer zu unterstützen", wirbt der Vorstand. Die Schützenbruderschaft St. Anna Wülfte werde mittlerweile seit 30 Jahren großzügig durch die Partner unterstützt.

 

 

Grüne in Brilon besetzen bei Kommunalwahl alle Wahlbezirke

Westfalenpost / Lokalausgabe

14.07.2020

Alle 19 Wahlbezirke sind besetzt. Der Ortsverein Brilon von Bündnis 90/Die Grünen tritt mit voller Kraft bei der Kommunalwahl an.            

Der Ortsverein Brilon von Bündnis90/Die Grünen hat direkt im ersten Anlauf nach seiner Gründung alle 19 Wahlbezirke für die Kommunalwahl am 13. September besetzt. Das Spitzentrio bilden Lena Neumann, Sprecherin des Ortsverbands, Lisa Brom und Stefan Scharfenbaum.

„Wir freuen uns riesig, eine gute Reserveliste stellen zu können“, so Lena Neumann. Alle Wahlbezirke erfolgreich zu besetzen, so Lisa Brom, sei „für so einen frischen Ortsverband schon eine Herausforderung“ gewesen.

Das Bürgermeisteramt haben die Grünen bei dieser Wahl nicht auf dem Schirm. 2014 war Stefan Scharfenbaum noch als unabhängiger Kandidat gegen Dr. Christof Bartsch (SPD), Holger Borkamp (CDU) und Christiane Kretzschmar (BBL) angetreten und hatte aus dem Stand heraus 13 Prozent der Stimmen geholt; 1619 Wähler hatten das Kreuz hinter seinem Namen gemacht.

Die Kandidaten

Und das ist die Wahlkreis-Besetzung von Bündnis 90/Dei Grünen für den 13. September:

Altenbrilon/Wülfte/Alme: Armin Schubert; 

Kreuziger Quartal/Möhnestraße: Michael Maria Höhle; 

Niederes Quartal: Lena Neumann; 

Drübel: Lena Schubert; 

Helle: Rolf Brom; 

Itzelstein/Hollemann: Lisa Brom; 

Derkeres Quartal/Kalvarienberg: Horst Stolp; 

Müggenborn/Schulzentrum: Lars Niemann; 

Oberes Quartal: Stefan Scharfenbaum; 

Ratmerstein/Eichholz: Jonathan Krapp; 

Altenbüren/Esshoff: Dirk Wagner; 

Scharfenberg/Rixen: Katharina Schnier; 

Alme I: Michael Klaucke; 

Madfeld: Marius Senge; 

Thülen: Carsten Jähne; 

Rösenbeck/Radlinghausen/Nehden: Marietheres Nolte-Hibbel;

Messinghausen/Bontkirchen: Jennifer Stadler: 

Hoppecke: Isis Otto; 

Gudenhagen-Petersborn/Brilon-Wald: Bastian Grunwald.

 

 

Was das Leben in einem Dorf im Sauerland so lebenswert macht

Westfalenpost / Lokalausgabe 

26.06.2020

Der Gemeinschaftssinn macht vor allem viele Dörfer stark. Das zeigt der Heimat-Check der Westfalenpost. Das sind die herausragenden Beispiele.            

Der wissenschaftliche Thinktank aus der Bundeshauptstadt bringt es so auf den Punkt: „Ob ein Dorf erhalten bleibt oder nicht, hängt maßgeblich vom Engagement der Bevölkerung ab,“ steht in einer seiner Studien. 

Das hätte Reinhard Figgen den Forschern des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung auch in den Block diktieren können. „Das Dorfleben zu bewahren und weiterzuentwickeln geht nur gemeinschaftlich,“ sagt er. Angesichts des demografischen Wandels und des damit verbundenen Wegzugs junger Einwohner gelte es, „neue Wege in der Dorfentwicklung zu gehen und die vorhandenen Kräfte zu bündeln“.

In Referinghausen gelingt das - und nicht nur dort. Mit der Note 2,13 ist die Stadt Medebach beim WP-Heimatcheck klarer Spitzenreiter in der Kategorie „Gemeinschaftsgefühl“. Gerade einmal 200 und ein paar Einwohner groß ist Referinghausen. Am 14. August erhält das Dorf hohen Besuch. Dann kommt NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres in das kleine Nest im Hochsauerland. Sie überreicht „uns“, sagt der Ortsvorsteher, einen Preis.

Schon die Kinder mit einbinden

Mit dem Projekt „Digitale Heimatstube“ hat Referinghausen beim landesweiten Heimatpreis den dritten Platz belegt. Das Projekt ist anlässlich des 750-jährigen Dorfjubiläums im vergangenen Jahr entstanden und - und das betont der Ortsvorsteher - von Jugendlichen mitentwickelt worden.

Mit Reinhard Figgen ganz auf einer Linie liegt Erich Canisius, Ortsvorsteher von Wülfte. Wenn „Ideen und Visionen, die unseren Ort noch weiter nach vorne bringen“ sollen, „muss man sich wohlfühlen im Kreis der Gemeinschaft“. Wie der WP-Heimatchecker aus Wülfte, der das so formulierte: „Man muss nicht jeden jeden Tag sehen, in der Not halten alle zusammen.“ Das bestätigt der Ortsvorsteher. Die Nachbarschaftshilfe sei „ein großes Thema“, und auch aus dem Dorfverein heraus, dieser - so Canisius - „tollen Truppe“ von Frauen und Männern unterschiedlichen Alters und aus den verschiedenen Vereinen, kommen „viele gute Ideen“, die „mit vielen fleißigen Händen umgesetzt“ werden - sogar die Mädchen und Jungen im Kindergartenalter werden - wie bei der Aktion Saubere Landschaft - schon von klein auf in das Dorfleben mit eingebunden. 

Andere Meinungen gelten lassen

Was für den Ortsvorsteher besonders wichtig und für das Zusammenleben im Dorf wichtig ist: Dass „auch bei unterschiedlichen Meinungen und anderen Einstellungen respektvoll miteinander umgegangen“ werde. 

Eine „etwas bessere Anerkennung“ für das bürgerschaftliche Engagement vor Ort wünscht sich Franz-Josef Weiffen, Ortsbürgermeister in Westheim. Und zwar sowohl von der Dorfgemeinschaft wie auch von der Politik. Weiffen kann das beurteilen. Seit 41 Jahren ist der heute 78-Jährige als Ortsbürgermeister - so heißt der Ortsvorsteher in Marsberg - Bindeglied zwischen Bürgern und Rathaus,seit 31 Jahren Mitglied der Stadtvertretung, und seit über 50 Jahren engagiert er sich im örtlichen Vereinsleben. Das Ehrenamt müsse stärker unterstützt und nicht durch „immer neue zusätzliche Auflagen belastet“ werden, findet er.

Als Ortsbürgermeister müsse man „mit gutem Beispiel voran gehen“, etwa beim Anstoßen von Veranstaltungen und Events, aber dabei sei auch das „Mitwirken und die „Teilnahme“ der Einwohner erforderlich. Es sind zwar nur Nuancen, mit denen sich die Statements des Westheimer Ortsbürgermeisters auf den allen Ortsvorstehern vorgelegten identischen Fragenkatalog unterscheiden, aber diese kritischen Zwischentöne spiegelt das Ergebnis des WP-Heimatchecks wider: Mit der Gesamtnote von 2,91 liegt zwar auch Marsberg in der „Gut“-Zone, die Stadt an der Diemel ist bei diesem Ranking allerdings das Schlusslicht. 

Ideen und Impulse 

Eine glatte halbe Note besser schneidet Hesborn ab. „Die Straßen sind zwar kaputt, aber unser Ort ist spitze“, kommentierte ein Heimat-Checker aus dem Kuckucksdorf liebevoll. Ja, ja, die L 617. Die Hauptstraße, das weiß Ortsvorsteher Arno Emde natürlich, ist in einem „sehr schlechten Zustand“. Löcher hat längst auch die dörfliche Infrastruktur. Bäcker, Metzger und Gaststätten seien längst verschwunden, aber „glücklicherweise“, sagt Emde, gebe es in Hesborn noch ein Lebensmittelgeschäft, das es zu erhalten gelte. 

Wie ist klar: „Indem die Bevölkerung dort einkauft.“ Als Ortsvorsteher könne er die politischen Verantwortungsträger auf etwaige Missstände hinweisen, da wünsche er sich manchmal „eine zügigere Abwicklung und vielleicht auch etwas mehr Engagement bei der Erledigung der ein oder anderen Angelegenheit“. Viel bewegt werde im Ort durch den Förderverein Hesborn, dem Zusammenschluss aller Vereine. Der, sagt Arno Emde, könnte allerdings ein bisschen mehr Unterstützung durch die jüngeren Mitglieder der Dorfgemeinschaft gebrauchen.

Vielleicht braucht es dazu gelegentlich auch einen Anstoß wie das 750-Jährige von Referinghausen. „Wir haben den Schwung aus dem Jubiläumsjahr mitgenommen“, sagt Reinhard Figgen. 

Damit würde das Dorf bei den Berliner Wissenschaftlern ordentlich punkten. Nach deren Ansicht brauchen „ländliche Regionen aktive, kreative und selbstbewusste Bürger mit neuen Ideen. Weit mehr als urbane Zentren, die ihre Bewohner einfacher und preiswerter mit öffentlichen Leistungen versorgen können, sind ländliche Räume auf Bürger angewiesen, die es schaffen, wirtschaftliche und soziale Belange miteinander zu verknüpfen.“ 

Und das geht gemeinsam am besten.

>>>HINTERGRUND<<<

Die Umfrage zum Heimat-Check haben wir geplant, als von der Corona-Krise und ihren Auswirkungen noch nichts zu spüren war. Und doch haben wir uns bewusst dazu entschlossen, Ihnen weiterhin die Möglichkeit zu geben, ihr Wohnumfeld zu benoten. Beim Heimat-Check handelt es sich um eine nicht-repräsentative Umfrage. Er soll ein Stimmungsbild wiedergeben.Laut Dr. Ana Moya, die für die Auswertung zuständige Statistik-Expertin, funktioniert das: „Der Heimat-Check liefert wegen der großen Beteiligung ein gutes Stimmungsbild. Es wurde darauf geachtet, dass in jedem Ort eine ausreichende Teilnehmerzahl erreicht wurde, um aufschlussreiche Aussagen treffen zu können.“Moya vermutet,dass unter den Teilnehmern diejenigen Personen in der Mehrzahl waren, für die ihr Ort eine eher wichtige Bedeutung hat. In diesem Fall fiele das Zeugnis bei einer repräsentativen Befragung wohl etwas anders aus als beim Heimat-Check.

Alle bisher erschienenen Folgen des Heimat-Checks für den Altkreis Brilon finden Sie hier. 

 

 

Nur der König kam bei der Briloner Schnade ,,vor den Stein"

Westfalenpost / Lokalausgabe

24.06.2020

Aufgrund der Corona-Maßnahmen konnte die Briloner Schnade 2020 nur unter besonderen Umständen stattfinden. Wie die Schnade jetzt gelaufen ist.

Lot bröggen, bat brögget, vey wahret use Schnade: Dieser - so Bürgermeister Dr. Christof Bartsch - "historischen Verpflichtung" - komme Brilon auch in Corona-Zeiten nach. Und so hatten sich am frühen Montagmorgen die sechs Repräsentanten von Stadt und Schützen, die üblicherweise zu Pferde die Schnade bestreiten, gemeinsam mit je einem Vertreter der Ratsfraktionen zum symbolischen Ausmarsch auf der Rathaustreppe eingefunden.

Grüße von Rathaustreppe via Live-Stream in alle Welt

Umrahmt von Klängen der Jagdhornbläser des Hegerings Brilon schickte der Bürgermeister via Live-Stream Schnade-Grüße in alle Welt.

Ist doch die Schnade, in Verbindung mit dem Schützenfest, für so manchen verzogenen Pohlbürger alle zwei Jahre ein Anlass für einen Heimatbesuch. Besondere Grüße galten den Partnerstädten Thurso (Schottland), Hesdin (Frankreich), Heusden (Belgien) sowie Buckow in Brandenburg und Herbolzheim im Schwarzwald, von wo auch stets Gäste zur Schnade anreisen.

Auch früher schon Ausfälle und Verschiebungen

Dr. Bartsch erinnerte in seiner Ansprache daran, dass dies nicht die erste Schnade gewesen sei, die seit 1388 nicht wie gewohnt stattfinden konnte. Im ersten und zweiten Weltkrieg fanden keine Grenzbegänge statt, ebenso nicht zwischen 1842 und 1848. Klagen über die alkoholbedingten Exzesse waren der Obrigkeit zu Ohren gekommen, und nachdem es 1840 bei einem Streit einen Toten gegen hatte, war das Maß voll. Zudem, so der Bürgermeister, hatte es mehrmals kürzere Abweichungen vom traditionellen Juni-Termin gegeben, wie nach dem Tod von Friedrich III. am 15. Juni des Drei-Kaiser-Jahres 1888.

„Mordstelle“ in der Wünnenbecke

Vom Rathaus begaben sich die Offiziellen per Bus zur "Mordstelle" in der Wünnenbecke. Dort, direkt an der Kreisgrenze und nur wenige Meter abseits der B 516 im Wald, erinnert ein Findling an das folgenreiche Aufeinandertreffen von zwei Wilderern und zwei Förstern am 27. Juli 1919. Der Heimatbund Semper Idem hat, wie berichtet, die Stätte aufgearbeitet und die Inschrift erneuert.

Noch heute, so Helmut Mengeringhausen, der sich mit dem Vorfall intensiv beschäftigt hat, sei nicht geklärt, ob der sich im Volksmund haltende Name des Tatorts dem Tatgeschehen auch entspreche. Fest steht, dass Dodt und Estern den beiden Förstern Karl Seffen und Hugo Birkenfeld, die gemeinsam mit fünf weiteren Förstern in jener Sonntagnacht in der Wünnenbecke auf Wildererstreife waren, entdeckt wurden und es zwischen den Vieren ein Feuergefecht gab. Dabei wurden die beiden Förster tödlich getroffen, Theodor Dodt wurde verletzt - was ihn schließlich überführte.

Helmut Mengeringhausen erinnerte daran, dass in jenen harten Nachkriegsjahren die soziale Not groß war und jeder zusehen musste, wie er sich und die Seinen durchbrachte. Dazu gehörte nicht nur in Brilon auch schon mal das verbotenerweise geschossene Wild.

Die Förster, sagt Mengeringhausen, hätten für Ordnung zu sorgen gehabt: "Das war eine schlimme Zeit." Von Mord wolle er deswegen nicht sprechen. Das haben auch jene Jäger nicht getan, die seinerzeit den Gedenkstein errichtet haben. Auch dort ist nur davon die Rede, dass an dieser Stelle zwei Förster durch Wildererhand in Ausübung ihres Berufes starben.

Von der "Mordstelle" machte sich der kleine Schnadetross, dem neben dem Bürgermeister auch Beigeordneter Reinhold Huxoll als Stadtschreiber, Forstchef Dr. Gerrit Bub, Schützenkönig Jörg Nolte, Schützenmajor Herbert Jätzel, Adjutant Christian Walters sowie für den Rat Hubertus Weber (SPD), Lukas Wittmann (CDU), Dr. Alexander Prange (FDP) und Reinhard Loos (BBL) angehörten, zu Fuß weiter auf den traditionellen Schnadeweg.

„Ich grüße dich, du alter Stein.“

Der Weg führte aus dem Möhnetal hoch auf 450 Meter NN zum Frühstücksplatz an der Dinkbuche und dem Grenzstein zur Gemarkung Büren. Nach einem Blick auf die enormen Schäden, die der Borkenkäfer auch hier angerichtet hat, begrüßte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch nach altem Brauch den blumengeschmückten Grenzstein: „Ich grüße Dich Du alter Stein“ und bekam gleich - aus dem Mund von Major Herbert Jätzel - auch die Antwort des Steins: „Da seid Ihr ja, Ihr Schnadebrüder, sieht man Euch man endlich wieder“.

Anschließend verlas Beigeordneter Reinhold Huxoll in seiner Rolle als Stadtschreiber aus dem Ratsbuch von 1595 den Rezess aus dem Jahre 1577, eine Vereinbarung zwischen der Stadt Brilon und dem Herrn von Beuren (Büren) um die Irrtümer und Missverständnisse in Sachen Grenze zu beenden. Nach einem deftigen Frühstück zog der kleine Tross weiter zum Lagerplatz an der „Sommerseite“.

War an der Dinkbuche die Zahl der Briloner - wie zum Beispiel der 25-jährige Jubelkönig Andreas Niggemeier mit seinen Kumpels - die ihren privaten Grenzgang unternahmen, noch recht überschaubar, so machten auf dem Lagerplatz oberhalb von Wülfte doch etliche Wanderfreunde dem Platz alle Ehre.

Unter anderem hatte sich dort auch Sparclub „Sunderhof“ eingefunden, der jetzt in der Stadtschänke tagt und der sich eigens einen Planwagen organisiert hatte. Auch hier verlas der Stadtschreiber den Rezess, der sogar aus dem Jahre 1525 stammt.

Darin wurde von den Junkern zu Allmen (Alme) und dem „vorsichtigen ehrsamen und frommen Bürgermeister, Rat und Gemeinheit der Stadt Brilon vertraglich festgeschrieben, welche Grenzen in Zukunft einzuhalten sind, damit es nicht immer wieder zu Irrungen und Spannungen kommt und auch was „alles use“ ist.

Nur der König wurde gestutzäst

Bevor Trompeter Thomas Pack zum Ende der Schnade blies, stellte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch fest: „So haben wir wenigstens etwas Schnade-Atmosphäre erlebt“.

Auch sei es richtig gewesen, wenn auch nur im ganz kleinen Kreis, diese uralte Tradition auch in Zeiten von Corona aufrecht zu erhalten. Außerdem hoffe er, dass die richtige Schnade am 28. Juni kommenden Jahres nachgeholt werden könne. 

Und Schützenkönig Jörg Nolte darf für sich wohl eine besondere Auszeichnung in Anspruch nehmen: Sein Allerwertester war der einzige, der in diesem Jahr mit dem Schnadestein Bekanntschaft gemacht hat 

 

 

SPD präsentiert elf neue Kandidaten

10.06.2020

Briloner stellen sich für Kommunalwahl auf

Brilon. Mit bekannten und neuen Gesichtern startet die Briloner SPD gemeinsam mit Bürgermeister Christof Bartsch in den Kommunalwahlkampf. Auf der Mitgliederversammlung wurden jetzt die Kandidatinnen und Kandidaten für die 19 Wahlkreise in der Kernstadt und auf den 16 Dörfern gewählt. Mit Katrin Hartmann (Nehden, Radlinghausen, Rösenbeck), Richard Stappert (Drübel), Dr. Bernhard Thies (Müggenborn / Schulzentrum), Gabriele Bruhne (Niederes Quartal), Erich Canisius (Wülfte, Altenbrilon, Alme II), Dieter Weber (Itzelstein / Hollemann), Helga Kößmeier (Ratmerstein / Eichholz), Dr. Christof Thuer (Kreuziger Quartal / Möhnestraße) und Björn Mutke (Oberes Quartal) treten gleich elf neue Kandidatinnen und Kandidaten an. 

Neue Teams sind mit Sebastian Schmidt und Ortsvorsteher Heinz Meyer für Altenbüren, für Hoppecke mit Hubertus Weber und Ortsvorsteher Rudi Kemmerling Michael Schumacher als Ratskandidat und Heinz Bickmann als Ortsvorsteher entstanden. 

Mehrheit brechen  

,,Ich freue mich sehr über die insgesamt elf neuen Kandidatinnen und Kandidaten. Gemeinsam wollen wir mit unseren erfahrenen Ratsmitgliedern die Mehrheit der CDU im Rat der Stadt Brilon brechen", so Ortsvereinsvorsitzender Dirk Wiese (MdB).

Wieder antreten werden Ludger Böddeker (Alme), Wolfgang Kleineberg (Derkeres Quartal / Kalvarienberg), Günter Wiese (Helle), Christoph Stein (Thülen), Heinz-Gerd Gehling (Scharfenberg / Rixen), Andreas Sanow (Messinghausen / Bontkirchen) und Dr. Christof Bartsch mit Ortsvorsteherin Ariane Drilling im Wahlkreis Gudenhagen-Petersborn / Brilon Wald. 

Christof Bartsch: ,,Durch stringent an der Sache orientiertes Handeln haben wir vieles von dem erreicht, was wir im Jahr 2014 als Ziele formuliert hatten. Mit den nominierten Kandidatenteam, in dem die für eine erfolgreiche Lokalpolitik erforderlichen Kompetenzen breit gestreut wird , wird es uns gelingen, dies auch in der Zukunft fortzusetzen. Es geht um den weiteren Ausbau Brilons und der 16 Dörfer als ,Lebenswerter Wirtschaftsstandort im Grünen,".

 

 

Fußgänger mit Autospiegel touchiert

Westfalenpost / Lokalausgabe

20.05.2020

Brilon. Mit dem Außenspiegel seines Fahrzeuges hat ein Autofahrer am späten Sonntagabend einen Fußgänger touchiert. Wie die Polizei mitteilt, ereignete sich der Unfall gegen 23:30 Uhr auf der Wülfter Straße zwischen dem Abzweig B 480 und der Ortschaft Wülfte. Der Fußgänger ist nach dem Unfall weitergegangen. Er war dunkel gekleidet, trug eine Brille und hatte eine Einkaufstüte dabei. Hinweise bitte unter Tel.: 02961/90200.

 

So feierte Brilon sein 775. Städtejubiläum vor 25 Jahren

Westfalenpost / Lokalausgabe

14.05.2020

Coronabedingt fällt die Feier zum 800 Stadtjubiläum Brilons aus. 

Das Museum Haus Hövener lädt darum zur Zeitreise ins Jahr 1995 ein. 

Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen aufs gesellschaftliche Leben. Keine Schützenfeste, keine Hansetage – und auch keine großen Feierlichkeiten zum 800. Stadtjubiläum in Brilon. Aus diesem Grund lädt das Museum Haus Hövener am Briloner Marktplatz zu einer Zeitreise in das Jahr 1995 ein. Denn: In dem Jahr feierte die Stadt Brilon ihr 775-jähriges Stadtjubiläum mit einem großen Festumzug. Ein paar Regenschauer konnten an diesem Tag die festlich-gute Laune der Umzugsteilnehmer und der vielen Besucher am Straßenrand nicht trüben. Es war ein rundherum gelungener Tag, an den sich viele Menschen gerne erinnern.

Auf über 150 Fotos aus dem Archiv des Museums Haus Hövener von August Isenberg ist dokumentiert, wie sich die Vereine der Stadt und aller Dörfer ins Zeug gelegt haben. Die Hoppecker waren mit ihren Symboltieren Bär und Ziege vertreten, während die Scharfenberger mit einem Besenbinderwagen stolz ihre Besen und geflochtenen Körbe präsentierten.

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Rund um die Ausstellung

Zusätzlich zu der Bildausstellung läuft im Eingangsbereich ein Film zum 750-jährigen Stadtjubiläum vor 50 Jahren. Die Ausstellung ist unter Berücksichtigung der Corona-Vorschriften ab dem kommenden Sonntag immer von dienstags bis sonntags immer zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos. Eine kleine Spende ist gerne gesehen.

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Corona: Alle 19 Schützenfeste in Brilon offiziell abgesagt

Westfalenpost / Lokalausgabe 

28.04.2020

Es ist eine Vollzugsmeldung – mit Symbolcharakter. Schützenvereine und -bruderschaften sind einig:

In Brilon gibt es 2020 keine Schützenfeste.            

                                                                 

In Abstimmung mit allen Vorsitzenden der Schützenvereine und -bruderschaften gibt der Vorstand des Stadtschützenverbandes Brilon bekannt, dass nach derzeitigem Stand alle Schützenfeste im Stadtverband Brilon für das Jahr 2020 abgesagt werden. 

„Die Gesundheit jedes Einzelnen ist in diesem Jahr das Wichtigste. Auch wenn es für unser Schützenherz schwer ist, so ist die Absage der Feste in diesem Jahr der einzig mögliche und einzig richtige Schritt“, so der 1. Vorsitzende des Stadtschützenverbandes, Tobias Tilli. 

Nach den von Bundes- und Landesregierung am 15.04.2020 erläuterten weiteren Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus, die auch eine Absage von Großveranstaltungen und Volksfesten bis Ende August beinhalten, wird der Stadtschützenverband durch die nun frühzeitige Absage der Feste seinen Beitrag zur Eindämmung des Virus leisten. 

Von der Absage im Einzelnen betroffen sind:

  1. Heimatverein Altenbrilon, 
  2. Heimat- und Schützenverein Petersborn-Gudenhagen, 
  3. Heimatschutzverein Brilon-Wald, 
  4. St. Ludgerus-Schützenbruderschaft Alme, 
  5. St. Sebastian-Schützenbruderschaft Alme, 
  6. St. Johannes-Schützenbruderschaft Altenbüren, 
  7. St. Vitus-Schützenbruderschaft Bontkirchen, 
  8. St. Hubertus-Schützenbruderschaft Brilon, 
  9. St. Bernhardus-Schützenbruderschaft Esshoff,
  10. St. Hubertus-Schützenbruderschaft Hoppecke, 
  11. St. Margaretha-Schützenbruderschaft Madfeld, 
  12. St. Vitus-Schützenbruderschaft Messinghausen, 
  13. St. Hubertus Schützenbruderschaft Nehden, 
  14. Schützenverein St. Antonius Radlinghausen, 
  15. St. Hubertus-Schützenbruderschaft Rixen, 
  16. St. Laurentius-Schützenbruderschaft Rösenbeck, 
  17. St. Josef-Schützenbruderschaft Scharfenberg, 
  18. St. Hubertus-Schützenbruderschaft Thülen,
  19. Schützenbruderschaft St. Anna Wülfte

Aus und vorbei heißt es damit auch für die Briloner Schnade. Das ist zwar eine städtische Veranstaltung, aber „Schnade ohne Schützenfest, das geht nicht“, so Bürgermeister Dr. Christof Bartsch zur WP. In diesem Jahr an der Reihe wäre die Schnade mit Rüthen und Alme und dem Lagerplatz an Sommers Seite oberhalb der B 480 bei Wülfte. 

Wenngleich auch die NRW-spezifische Ausgestaltung der bis zum 31. August verlängerten Einschränkungen des öffentlichen Lebens letztlich „noch nicht scharf gestellt“ sei, ist seiner Ansicht nach auch eine Freiluftveranstaltung wie die Schnade „garantiert nicht möglich“. 

Sang- und klanglos ausfallen lassen will Bürgermeister Dr. Bartsch die Schnade aber ebenso wenig wie die Hansetage. Zumindest symbolisch soll an den 1388 erstmals dokumentierten Grenzbegang erinnert werden - etwa durch das Verlesen eines Rezesses in kleinem Kreis an einem Grenzstein. 

 

Top-Piloten in den Reihen des BAC

Westfalenpost / Lokalausgabe

16.03.2020

Briloner Automobil Club blickt auf erfolgreiches Rennjahr zurück.

22 Kinder und Jugendliche betreiben den Kart – Slalom – Sport. Helfer für Veranstaltungen gesucht.

Vorstandswahlen, Ausblick auf die Veranstaltungen 2020 und ein Rückblick auf die Erfolge der Briloner Motorsportler standen im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des BAC in Wülfte. Benedikt Schulte wurde als stellvertretender Vorsitzender ebenso wiedergewählt, wie Manfred Vogt als Sportleiter. Aus dem Vorstand ausgeschieden ist Anke Walbaum, die sich lange Zeit um die Pressearbeit gekümmert hat. Auch für dieses Jahr sind wieder diverse Veranstaltungen geplant. Los gehen soll es am 9. Mai mit der Ausrichtung der 22. Oldtimer Sauerlandrundfahrt gemeinsam mit Mercedes Witteler. Nicht ohne Stolz berichtete Michael Bork dass dies die teilnehmerstärkste Oldtimer Veranstaltung im Bereich des ADAC Westfalen, zudem der Briloner AC gehört, ist. Über 300 Fahrzeuge werden auch 2020 wieder erwartet. Am 14. Juni veranstaltet die Jugendgruppe des Briloner AC einen Lauf zur ADAC Westfalen Kart-Slalom Meisterschaft. Und am 12. Und 13. September findet der jährliche Auto-Slalom auf dem Flugplatz in Thülen statt, welcher an beiden Tagen zur Deutschen Meisterschaft zählt. Nicht ganz zufrieden zeigte sich der Vorsitzende Michael Bork mit der Mitgliederentwicklung im Automobil-Club. Denn: Es fehlen gerade bei den Großveranstaltungen Helfer zur Durchführung.  In der Jugendgruppe des Briloner AC sind aktuell 22 Kinder und Jugendliche, die den Kart-Slalom Sport betreiben. Dass dies eine sehr gute Grundausbildung für eine weitere Karriere im Motorsport ist, beweisen Jan Hoffmann und Niklas Kry. Hoffmann ist einer der Top-Piloten der Deutschen Automobil-Slalom Szene und fährt von einem Erfolg zum nächsten. Erst kürzlich wurde er vom ADAC für seine Erfolge mit dem Sportabzeichen in Gold mit Brillanten ausgezeichnet, der höchsten sportlichen Auszeichnung des ADAC. Kry schaffte es bei der Jugendgruppe des Briloner AC zur Deutschen Vize-Meisterschaft im Kart-Slalom, fuhr dann in der Kart-Rundstrecke und sitzt mittlerweile in einem 500 PS starken Tourenwagen bei der VLN. Beim Umstieg auf den Tourenwagen wurde er ebenfalls vom Briloner AC in Person von Mitglied Martin Tschornia, unterstützt.

Weitere Aktivitäten:

Auch abseits des aktiven Motorsports hat der Briloner AC etwas zu bieten, wie zum Beispiel die VLN. Das ist die größte Tourenwagen Langstreckenmeisterschaft der Welt und wird auf der legendären Nürburgring Nordschleife ausgetragen.

Michael Bork ist nicht nur Vorsitzender des Briloner AC, sondern auch Renndirektor und sportlicher Leiter der VLN. Auch in der Race-Control und in Reihen der technischen Kommissare sind Mitglieder des Briloner AC aktiv im Einsatz. Dazu gehören die Ausbildung und der Erwerb der notwendigen Lizenzen. Alles das unterstützt der Briloner AC.

 

 

25 Unfälle im Hochsauerland: Trecker rutscht in Schlagbaum

Thomas Winterberg

Westfalenpost / Lokalausgabe

27.02.2020

Der Winter gibt noch nicht auf. Kreisweit kam es zu 25 Unfällen. U. a. fuhr ein Trecker bei Winterberg gegen die Bahnschranken.

Das erste und vermutlich letzte Aufbäumen des Winters 2019/2020 im Hochsauerland hat heute Morgen zu einigen Unfällen und Verkehrsbehinderungen auf den heimischen Straßen geführt. Polizeisprecher Sebastian Held zählte am Vormittag mehr als 25 Unfälle im HSK. „Personenschäden gab es nach jetzigem Stand in Meschede und Eslohe; aber nichts Schlimmes.“

Bahnübergang nicht gesichert

In Winterberg kam es gegen Mittag zu einem Unfall, als ein Trecker gegen einen Schlagbaum am Bahnübergang auf der L740 rutschte. Verletzt wurde laut Polizei niemand. Es ist der erste Übergang von Winterberg aus in Richtung Silbach direkt nach dem Kreisverkehr. Sebastian Held: „Der Bahnübergang ist daher zurzeit nicht gesichert. Die Schranke kann nicht geschlossen werden. Verkehrsteilnehmer sollten besonder Acht geben.“ Die Züge fahren an der Stelle langsam; die Techniker der Bahn sind unterwegs.

In Brilon am Mühlenweg rutschte ein Pkw gegen einen Bus.

Keine Verletzten. Längerfristige Sperrungen habe es nicht gegeben, aber an Steigungen und im morgendlichen Berufsverkehr sei das Vorankommen hier und da schon stockend gewesen. Das dürften auch Berufspendler erlebt haben, die an Steigungsstrecken hinter Lkw anhalten mussten, die stehen geblieben waren.

Bürgerbus stellt Betrieb vorläufig ein

„Verspätungen, Beeinträchtigungen und Behinderungen“ meldet RLG-Sprecherin Annette Zurmühl. „In den Höhenlagen von Medebach, Winterberg und Schmallenberg ist zum Glück so gut wie nichts ausgefallen. Lediglich der Bürgerbus Winterberg war am Vormittag gezwungen seinen Betrieb vorläufig einzustellen.“ Vorübergehende Probleme habe es auf der Linie 481 Brilon-Scharfenberg-Alme in Scharfenberg gegeben. Und auf der Linie 489 Brilon – Wülfte konnte (Stand: 11 Uhr) der Ortsteil Wülfte nicht mit dem Bus angefahren werden. Zurmühl: „Wir versuchen alles, aber Sicherheit hat selbstverständlich Vorrang.“ Auf der Internetseite der RLG hält der Verkehrsbetrieb seine Kunden auf dem Laufenden.

Größere Mengen Neuschnee erwartet

Wie von Wetter-Fachmann Julian Pape vom Wetterportal Sauerland korrekt vorausgesagt, hatte sich der Winter in der Nacht zu Mittwoch breit gemacht. 13 Zentimeter per Ultraschall vermessener Neuschnee (da die Station des Deutschen Wetterdienstes am Kahlen Asten nicht mehr personell besetzt ist) liegen rund um den Astenturm.

„Beim Blick auf die Webcams sehen wird eigentlich überall eine geschlossene Schneedecke“, so Pape. Für Donnerstag ist noch mal eine respektable Schnee-Front im Anmarsch. „Aschermittwoch gibt es immer wieder mal einen Schneeschauer; aber am Donnerstagnachmittag könnten in den Höhenlagen nochmal 15 bis 20 Zentimeter neu dazukommen.“

 

 

Brilon: Neuer Stimmbezirks-Zuschnitt hat Folgen für die Wähler

Jürgen Hendrichs

Westfalenpost / Lokalausgabe

25.02.2020

Ein Urteil des Verfassungsgerichtshofs sorgt für einen Neu-Zuschnitt der Stimmbezirke bei der Kommunalwahl. Das ändert sich für Wähler in Brilon.

Bei der Kommunalwahl am 13. September wird es Wechselwähler der besonderen Art geben. Grund: Mehrere Stimmbezirke erhalten einen neuen Zuschnitt - Folge des im April vergangenen Jahres novellierten NRW-Kommunalwahlgesetzes und einer Entscheidung des NRW-Verfassungsgerichtshof vom vergangenen Dezember.

Und deshalb wird so mancher Wähler seine Kreuze in neuer Umgebung markieren. Das liegt an einem vor Weihnachten ergangenen Urteil des Verfassungsgerichtshofes. Das hat die Abweichungen, mit denen die Zahl der Stimmberechtigten innerhalb eines Wahlkreises von der durchschnittlichen Größe der Wahlkreise innerhalb einer Kommune über- oder unterschritten werden, neu definiert. Insgesamt sind 710 Einwohner in Brilon von der Veränderung betroffen.

Wahllokal vor Ort in Alme für betroffene Wähler

Umorientieren müssen sich einmal mehr Wähler in Alme. So kehren die Wünnenberger Straße ab Haus-Nr. 107 und das Loh, die vor fünf Jahren Madfeld (Wahlbezirk 14) zugeschlagen worden war, wieder nach Alme in den 13-er zurück. Dagegen können die Wähler aus der Akazienstraße, dem Ulmenring und die bis Nr. 30 im Buchenring wohnenden Almer im Herbst ihre Stimme nicht mehr ihrem örtlichen Kandidaten geben, sondern dem aus dem Wahlbezirk Altenbrilon/Wülfte (1). Immerhin: Sie erhalten einen eigenen Stimmbezirk und damit auch ein Wahllokal vor Ort in Alme. Das, so die Stadtverwaltung, dürfte bei den Betroffenen „die Akzeptanz für diese schwierige Entscheidung“ erhöhen.

Ebenfalls umstellen müssen sich die Wähler im Bereich Osterhof, Möhnetal und Möhneburg. Bisher gehörten diese vereinzelt stehenden Häuser innerhalb des Wahlbezirks Altenbrilon/Wülfte (1) zum Stimmbezirk Altenbrilon. Einige Anwohner hatten sich mit der Bitte an die Stadt gewandt, wegen der Nähe und den sozialen Bindungen lieber in Wülfte wählen zu wollen. Das geht in Ordnung, wobei die beiden südlich von B 480 und B 516 gelegenen Häuser an der Möhneburg und die im Möhnetal dem Wahlbezirk Scharfenberg/Rixen (12) zugeschlagen werden und in Scharfenberg ihre Stimme abgeben müssen.

Das ändert sich sonst noch:

3 (Niederes Quartal)/5 (Helle): Der mit 1062 Einwohnern kleinste Kernstadt-Wahlbezirk Niederes Quartal erhält Zuwachs von den Häusern, die an der Hoppecker Straße zwischen dem Kreisverkehr und dem Abzweig zum Krankenhaus liegen - das sind die Nummern 37 bis 61 - von dem Wahlbezirk Helle.

5 (Helle)/6 (Itzelstein-Hollemann): Der Helle werden als Ersatz für die Abgabe an den 3-er aus dem 6-er die Hugo-Lasalle-Straße und vom Renzelsberg auch noch die Häuser bis (ungerade) Nr. 59 bzw. (gerade) Nr. 68.

7 (Derkeres Quartal, Kalvarienberg)/6 Itzelstein-Hollemann)/9 (Oberes Quartal): Der 7-er, der einwohnerstärkste Wahlbezirk der Kernstadt, überschritt die neue 15-Prozent-Grenze zum Stichtag um 110 Einwohner. Deshalb werden von der Ackerstraße die geraden Hausnummern 16 bis 32 und die ungeraden von 31 bis 39 - insgesamt 13 Häuser - ebenso dem Wahlbezirk Itzelstein, Hollemann wie das komplette Auf dem Schönen Felde. Zudem wird von der Strackestraße die nördliche Seite dem Wahlbezirk Oberes Quartal zugewiesen.

8 (Müggenborn, Schulzentrum)/9 (Oberes Quartal):  Der 8-er, zweitgrößter Wahlbezirk der Kernstadt, ist um 61 Einwohner zu groß. Da die beiden angrenzenden Wahlbezirke 7 und 10 wegen ihrer eigenen Größe keine weiteren Wähler aufnehmen können, werden der Eselskamp und die ungeraden Nummern zwischen 1 und 11 und die geraden von 2 bis 8 der Altenbürener Straße mit ihren 90 Wahlberechtigten in den Wahlbezirk 9 verschoben.

18 (Hoppecke)/19 (Gudenhagen-Petersborn): In dem nach Thülen einwohnerschwächsten Wahlbezirk Hoppecke fehlen 16 Einwohner, um den 15-Prozent-Grenzwert zu erreichen. Da aus diesem Grund von Thülen nichts abgezweigt werden kann, erhält der Wahlkreis Zuwachs von der Pulvermühle und dem Kranwinkel, die bisher dem Wahlbezirk 19 angehörten

19 (Gudenhagen-Petersborn)/5 (Helle): Der Wahlbezirk überschreitet die 15-Prozent-Grenze um 44 Einwohner, deshalb sollte er, so die Verwaltung, die 43 Einwohner von der Pulvermühle und dem Kranwinkel an den 18-er Hoppecke abgeben. Dem folgte der Wahlausschuss allerdings nicht. Stattdessen wandern die Wähler vom Haidknückel und vom Hängeberg zum Wahlbezirk Helle (5).

Keiner Änderung in Thülen

Nichts ändern wollte der Wahlausschuss in Thülen. Obwohl dieser Wahlbezirk 15 um 60 Einwohner außerhalb des 15-Prozent-Referenzsektors liegt, hält die Verwaltung es „für verfassungsrechtlich gerechtfertigt“, hier eine Ausnahme zu machen: Es lasse sich zu keinem der umliegenden Wahlbezirke ein „sinnvoller räumlicher Zusammenhang“ herstellen. Dem Wahlausschuss und der Verwaltung war die „Kommunikation zwischen den Wahlberechtigten und mit den Wahlbewerbern“ untereinander wichtiger als das verfassungsgerichtliche Gebot der Wahlrechts- und Chancengleichheit.

Und auch hier kann alles beim alten bleiben: 2 (Kreuziger Quartal/Möhnestraße), 10 (Ratmerstein/Eichholz), 11 (Altenbüren/Esshoff), 16 (Rösenbeck, Radlinghausen, Nehden) und 17 (Messinghausen, Bontkirchen).

Die CDU hatte vorgeschlagen, Brilon-Wald komplett von Gudenhagen-Petersborn zu trennen und Hoppecke zuzuschlagen. Dann hätten wegen der Abweichungsregel die Kupferschlage, der Bilstein und die Bremecke mit ihren insgesamt 32 Einwohnern Gudenhagen-Petersborn zugewiesen werden müssen. Dazu kommt es nicht.

 

Wülfter fürchten weder Tod noch Teufel

Westfalenpost / Lokalausgabe

19.02.2020

,,Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel" war das Wülfter Narrenvolk außer Rand und Band. Das dreistündige Programm wurde nach dem Einzug des Elferrates mit der Funkengarde eröffnet. Den Auftakt übernahmen die Gruppe ,,WIR", die nach einer schöpferischen Pause wieder auftrat. Die Funkengarde präsentierte sich mit neuen Mitgliedern und zeigte sich von ihrer besten Seite. Im Anschluß berichtete Elke Becker von den kleinen und großen Mißgeschicken des Wülfter Dorflebens. Präsident Markus Krämer führte mit Witz und Charme durch das Programm. Zum zweiten Mal in Folge wurde der karnevalistische Abend durch die befreundete Tanzgruppe ,,die Funkies" aus Wehrstapel in die kölsche Karnevals-Welt entführt. Der ,,Sparclub Lady" konnte mit seiner Performance zu Michael Jackson überzeugen. Auf dem Weg zum Finale wurde eine Wülfter Hexenjagt dargestellt. Bevor die ,,Crazy Dancers" die Bühne rockten, trat die Wülfter Tanzgarde mit zwei Königspaaren (Wülfte & Esshoff) auf. Das große Finale mit allen Aktiven bildete einen fulminanten Abschluss. Bis in die frühen Morgenstunden sorgte DJ Horst Kemmling für Partystimmung.

 

 

Beförderungen in Wülfte

Westfalenpost / Lokalausgabe

08.02.2020

Versammlung der Löschgruppe Wülfte

Bei der Jahreshauptversammlung der Löschgruppe Wülfte konnte Löschgruppenführer Manuel Henke neben zehn Einsatzkräften und drei Mitgliedern der Ehrenabteilung auch Ortsvorsteher Erich Canisius und Ratsmitglied Stefan Kraft begrüßen. Auch der stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Thomas Bauerfeind und Fachbereichsleiterin Karin Wigge waren der Einladung gefolgt. Alle dankten den Mitgliedern der Löschgruppe für ihren wichtigen Dienst. Die Löschgruppe Wülfte wurde 2019 zu vier Einsätzen alarmiert. Neben umgestürzten Bäumen auf der B 480 an einem stürmischen Wochenende gab es zwei Alarmierungen zu Verkehrsunfällen auf der B 516. Dort wurden jeweils die Einsatzstelle abgesichert und auslaufende Betriebsmittel aufgenommen.                                          

Nach bestandenem Grundlehrgang konnten in diesem Jahr Julian Bork und Patrik Püschel zum Feuerwehrmann befördert werden. Beide verstärken nun die Einsatzabteilung.

 

 

Klage gegen Windpark Brilon: Darum geht es im Gerichtsstreit.

Westfalenpost / Lokalausgabe

01.02.2020

Auf der Briloner Hochfläche sollen fünf neue Windräder gebaut werden. Werden sie je gebaut? Ein juristischer Streit ist entbrannt. Darum geht es. 

Vertagt hat das Verwaltungsgericht Arnsberg die für Dienstag, 4. Februar, vorgesehene Verhandlung der Klage des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) gegen den Genehmigungsbescheid des Hochsauerlandkreises zum Bau des Windparks Alme-Nehden bei Brilon. Grund: Der Hochsauerlandkreis hat - wie berichtet - am 17. Januar einen neuen Genehmigungsbescheid erlassen.

 

Schärfere Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans

Darin sind schärfere Maßnahmen zum Schutz des Rotmilans aufgenommen. Die hatten die Windpark-Investoren, die Windpark GmbH & Co Brilon KG aus Aurich, eine Tochter des Enercon-Konzerns, mit einer fachgutachterlichen Stellungnahme selbst vorgeschlagen.

Bekanntlich hatten sowohl das Verwaltungsgericht Arnsberg wie auch das Oberverwaltungsgericht Münster frühere Festlegungen als unzureichend verworfen und das auch den Investoren im Rahmen deren Antrags auf Sofortige Vollziehung der Baugenehmigung vorgehalten.

Nebenbestimmungen reichen nicht

Das Verwaltungsgericht hatte bereits vor wenigen Tagen gegenüber der WP ein Fragezeichen hinter den Termin am kommenden Dienstag gesetzt. Die Frist für Schriftwechsel und zur inhaltlichen Befassung mit den geänderten Nebenbestimmungen zum Natur- und Artenschutz sei sehr knapp bemessen. Die Verlegung sei auf Antrag des Naturschutzbundes in Abstimmung mit den anderen Beteiligten erfolgt, hieß es.

Einen neuen Termin hat das Gericht bereits genannt: Dienstag, 3. März, um 13 Uhr. Die Enercon-Tochter möchte angrenzend an den Windpark Wülfte auf der Briloner Hochfläche oberhalb des Nedener Wegs und der Bahnlinie nach Alme hinüber fünf Windräder errichten. Es handelt sich um die gleichen 206,5 Meter hohen Drei-Megawatt-Anlagen wie sie schon jetzt dort stehen.

 

 

 

HSK verschärft Auflagen für Briloner Windpark

Westfalenpost / Lokalausgabe

29.01.2020_Jürgen Hendrichs

Der Naturschutzbund Deutschland klagt gegen den auf der Briloner Hochfläche geplanten Windpark Alme-Nehden. Am 4. Februar ist Termin vor Gericht.

Der Hochsauerlandkreis hat für den zweiten auf der Briloner Hochfläche geplanten Windpark einen neuen Genehmigungsbescheid erlassen. Es handelt sich dabei um fünf oberhalb des Nehdener Weges an den Windpark Wülfte angrenzende Anlagen. Mit rund 206 Metern sind sie genauso hoch wie die bereits sechs dort stehenden. Gegen den im Oktober 2017 erteilten ersten Genehmigungsbescheid hatten sowohl die Betreiber, die Windpark GmbH & Co Brilon KG, wie auch der Landesverband NRW im Naturschutzbund Deutschland (Nabu) geklagt: Dem einen gingen die Auflagen zu weit, dem anderen nicht weit genug.

Der jetzt erlassene Änderungsbescheid geht auf eine Initiative der Windkraft-Investoren selbst zurück. Um die, so der Kreis, „artenschutzrechtliche Konformität der Genehmigung“ herzustellen, hatten sie Mitte Dezember dem Hochsauerlandkreis ein neues fachgutachterliches Konzept eingereicht.

HSK verfolgt bei Genehmigung „völlig neuen Ansatz“

Dabei, so der Kreis, werde „ein völlig neuer Ansatz verfolgt“. Bisher galt, dass die Windräder erst bei einem Brut-Nachweis des Rotmilans abgeschaltet werden mussten.

Jetzt legte der Kreis fest, dass die Windräder vom 20. Februar bis 20. August „vom Anfang der morgendlichen Dämmerung bis zum Ende der abendlichen bürgerlichen Dämmerung zunächst vorsorglich abzuschalten“ seien. Ein „im Einvernehmen“ zwischen dem Anlagenbetreiber und dem Hochsauerlandkreis beauftragter orts- und sachkundiger Fachberater wird zwischen dem 10. März und dem 10. Mai regelmäßig einen 1000-Meter-Radius um die Windräder herum danach absuchen, ob sich dort ein besetztes Rotmilan-Revier, ein Horst oder ein Wechselhorst befindet. Das Monitoring soll wenigstens fünfmal vorgenommen werden und jeweils fünf Stunden dauern.

Sobald dieser Fachberater bestätigt, dass in diesem Radius „keine Rotmilane vorkommen, eine Brut aufgegeben „oder der Familienverband keine Bindung mehr an den Brutplatz hat“, kann der Tagesbetrieb der Anlagen bis zum 20. Februar des Folgejahres beantragt werden. Auch für mehrtägige Stillstandzeiten rund um Mahd, Ernte und Pflügen sind Details festgelegt, ebenso die Gestaltung von sogenannten Ablenkungsflächen, auf die Rotmilane bei der Nahrungssuche gelenkt werden sollen.

Mit Eilantrag gescheitert

Die Naturschützer betrachten den neuen Genehmigungsbescheid „als Erfolg und Lohn unserer Arbeit“, so Winfried Rampe vom Verein für Umwelt und Naturschutz Hochsauerland (VUNH), der die Klage im Hintergrund gemeinsam mit dem Verein für Natur- und Vogelschutz (VNV) im Hochsauerlandkreis sowie dem Naturschutzverein Sundern mit unterstützt. Ursprünglich nämlich hätten die Windpark-Investoren die Auflagen „verwässern“ wollen.

Dem hatten die Verwaltungsgerichte allerdings in der bereits ersten juristischen Runde einen Riegel vorgeschoben. Die Windpark GmbH & Co KG Brilon - nicht zu verwechseln mit der kommunalen Windpark Brilon GmbH & Co KG, die den Windpark zwischen Brilon und Altenbüren betreibt - ist eine Tochtergesellschaft des Enercon-Konzerns.

Und die hatte unmittelbar nach der Nabu-Klage Im Juni 2018 beim Verwaltungsgericht Arnsberg die sofortige Vollziehung der Baugenehmigung beantragt. Das hatten aber sowohl das Verwaltungsgericht Arnsberg wie auch - als Beschwerde-Instanz - das Oberverwaltungsgericht Münster dem Investor verwehrt. Grund: Die Richter in Arnsberg hatten bereits bei der „summarischen Prüfung“ des Genehmigungsbescheides verschiedene Auflagen als rechtswidrig eingestuft.

Naturschützer: „Froh, aber noch nicht zufrieden.“

Für den 4. Februar hat das Verwaltungsgericht Arnsberg die Verhandlung der Nabu-Klage anberaumt. Bis dahin wolle man intern den jetzt vorliegenden Bescheid und das weitere Vorgehen besprechen, so Winfried Rampe weiter zur WP. Nach einer ersten Sichtung gehe der Bescheid „in die richtige Richtung“. Rampe: „Wir sind zwar froh, aber noch nicht zufrieden.“

Auch die Enercon prüfe derzeit den Bescheid, so Antje Cznottka von der Unternehmenskommunikations des Windrad-Herstellers und Windpark-Betreibers. Man gehe davon aus, „dass das Plangebiet weiterhin ein geeigneter Standort für die Errichtung von Windenergieanlagen“ sei. Die Fläche sei „ausführlich entsprechend der gesetzlichen Vorgaben untersucht“ worden. Vor Abschluss des Klageverfahrens möchte der Konzern von einer „Stellungnahme zu Teilaspekten“ absehen, „um Spekulationen keinen Vorschub zu leisten“.

Wo ist der Rotmilan abgeblieben?

Und was den Rotmilan selbst angeht: Der den Naturschützern bekannte und in der Klage von 2018 angeführte Horst war 2017 das letzte Mal besetzt und bebrütet, wie Winfried Rampe der WP sagte. In jenem Jahr waren die Wülfter Windräder in Betrieb genommen worden. Möglicherweise habe einer der Vögel die Winter-Migration nicht überlebt, vielleicht habe es sich bei dem Horst nur um einen Wechselhorst gehandelt und der Rotmilan halte er sich an einer anderen Stelle seines Reviers auf, vielleicht aber sei der Rotmilan auch vergrämt worden - dafür gebe es in diesem konkreten Fall aber keine Anhaltspunkte.

Näher heran rücken die neuen Windräder an Nehden. Vom Rand des Fichtenwegs, so Ortsvorsteher Günther Schmies, werde der Mindestabstand von 900 Metern eingehalten. In einer Bürgerversammlung sei über das Projekt informiert worden. Schmies: „Schön ist das nicht.“ Anfangs seien sogar sechs Ränder geplant gewesen. Volle Sicht auf den Windpark gebe es von dem neuen Baugebiet Hinter Wilmes Haus, dort entstehen neun Bauplätze. Nehden gehört zu den besonders gefragten Wohnlagen der Stadt Brilon.

Einheitliche Anlagen auf der Hochfläche

Bei den fünf jetzt neu genehmigten Windrädern handelt es sich um dieselben Typen wie den sechs im Windpark Wülfte.

Es sind Enercon E-115 mit einer Nabenhöhe von 149,08 Meter und einem Rotorradius von 57,5 Meter.

Die Anlagen leisten jeweils 3 Megawatt (MW).

Weltweit hat der Windradhersteller Enercon nach eigenen Angaben über 29.000 Anlagen installiert.

Das in Aurich/Ostfriesland ansässige Unternehmen ist der größte Windradhersteller Deutschland.

Im November hatte das Unternehmen angekündigt, aufgrund des rückläufigen Ausbaus der Windenergie 

die Rotorblätterproduktion ins Ausland zu verlagern.

An den Standorten Aurich und Magdeburg sollen deshalb bis zu 3000 Arbeitsplätze wegfallen.

 

 

 

 

OVG Münster hebelt Briloner Windkraftplanung aus

Westfalenpost / Lokalausgabe

21.01.2020 (von Jürgen Hendrichs)

Was viele in Brilon befürchtet hatten, ist eingetreten: Darum hat das Oberverwaltungsgericht Münster den Flächennutzungsplan für nichtig erklärt.

Das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) hat den Flächennutzungsplan der Stadt Brilon am Montag gekippt. Hauptgrund: Die Belange von Natur- und Landschaftsschutzgebieten seien bei der Festlegung der Windvorrangzonen überbewertet worden, so OVG-Sprecher Dirk Rauschenberg am Nachmittag zur WP. Anders als von der Stadt dargestellt, handele es sich dabei nicht um sogenannte harten Tabu-Kriterien, nach denen dort der Bau von Windräder per se unmöglich sei.

Zudem hielt das Gericht in seiner kurzen mündlichen Entscheidungsbegründung die Ausweisung eines einheitlichen 950-Meter-Abstands zur Wohnbebauung für bedenklich, ohne zwischen reinen Wohn- und Mischgebieten zu differenzieren.

Das, so OVG-Sprecher Rauschenberg, sei aber ebenso wenig „entscheidungstragend“ gewesen wie die in der Verhandlung thematisierte Befangenheitswelle. Bekanntlich hatten nur neun der 39 Ratsmitglieder an der Abstimmung über den Flächennutzungsplan teilgenommen.

BBL: „Bedauerliches Ergebnis“

Mit der Aufhebung des Flächennutzungsplanes treten die beiden „Alt“-Windkraftvorrangzonen bei Madfeld und Radlinghausen in Kraft. Die Kläger können jetzt ihr außerhalb der Windvorrangzone geplantes Projekt weiter verfolgen. Nachdem das am Soestweg Richtung Rixen geplante Projekt nicht zum Tragen gekommen war, wollen sie östlich der Kreisstraße von Brilon nach Scharfenberg, ein Stück nördlich versetzt gegenüber der Sonder, ein Windrad errichten.

„Dieses Ergebnis ist bedauerlich, weil damit eine quer durch die Fraktionen gefundene Lösung ausgehebelt wurde“, so die Briloner Bürgerliste (BBL) in einer Stellungnahme: „Falls nicht bald ein neues Konzept gelingt, können Windräder nun auf vielen weiteren Flächen beantragt werden.“ Selbst der ansonsten schonungslos mit der Stadtverwaltung und der CDU-SPD-Ratsmehrheit umgehende BBL-Ratsherr Reinhard Loos räumt ein, dass es „für die Unwirksamkeit Gründe gibt, auf die die Stadt keinen realistischen Einfluss“ habe.

Entscheidung zeichnete sich wegen ähnlicher Urteil bereits ab

Wie CDU-Sprecherin Karin Bange sagte, habe der Anwalt der Stadt bereits im vergangenen Sommer die Niederlage angekündigt. Angesichts der sich ständig aktualisierenden Rechtsprechung hätten langwierige Planungsverfahren kaum Chancen, einer Klage standzuhalten. Wenn so ein Urteil im Namen des Volkes gefällt werde, so die Stadträtin verbittert, dann sollten sich die Richter doch bitte einmal beim Volk vor Ort umhören. Gemeinwohl sei in der Verwaltungsgerichtsbarkeit wohl nicht mehr Mode.

SPD-Sprecher Hubertus Weber findet es „schade, dass ausgerechnet eigene Mitbürger“ den Plan kippen. Wenn Kommunen keine Chance mehr haben, ihre Windkraftplanung umzusetzen, müsse „an der Rechtsprechung etwas falsch sein“.

Beigeordneter Reinhold Huxoll sagte, dass die Stadt bei der Festlegung von Natur- und Landschaftsschutzgebieten als harte Tabu--Zonen die Aussage des Hochsauerlandkreises umgesetzt habe, dass es für diese Bereiche generell keine Befreiung für Bauvorhaben gebe.

 

Gericht lässt keine Revision zu

In der Verhandlung zwar thematisiert, aber in der kurzen mündlichen Entscheidungsbegründung nicht weiter aufgegriffen wurde die Kritik des Gerichts an dem Verzicht von zwei weiteren ursprünglich ins Auge gefassten Zonen bei Scharfenberg und Wülfte. Darauf, so Huxoll, habe man verzichtet, um nicht ein von Altenbüren bis Madfeld reichendes Windräderband zu erhalten.

Die Kosten des Verfahrens hat die Stadt zu tragen. Eine Revision ließ das Gericht nicht zu. Die Stadt will jetzt erst einmal die schriftliche Urteilsbegründung abwarten.

Info: Bis auf den letzten Tag gewartet

Am 14. November 2016 hatte der Rat Brilon den Flächennutzungsplan mit nur neun Ratsvertretern von CDU, SPD, BBL, und Linke verabschiedet.

Am 19. Dezember 2016 veröffentlichte die Stadt Brilon die Satzung in ihrem Amtsblatt.

Am 21. Dezember 2016 trat die Flächennutzungsplan - Änderung mit der Veröffentlichung der Genehmigung durch die Bezirksregierung in Kraft.

Am 21. Dezember 2017, dem letzten Tag der einjährigen Einspruchsfrist traf die Klage beim Oberverwaltungsgericht Münster ein.

 

 

 

Acht Vereine kämpfen um Pokale

Westfalenpost / Lokalausgabe

03.01.2020

Beim Stadtschützenverbandsschießen liefern sich die Schützen einen spannenden Wettbewerb

Ende Oktober richtete der Heimat und Schützenverein Petersborn-Gudenhagen das Stadtschützenverbandsschießen im Gemeinschaftshaus Grün/Weiß aus. Von den 19 eingeladenen Vereinen, lieferten sich die acht angetretenen, in der geschmückten Halle, ein spannendes Duell.

Sieger im Vereinsschießen wurden die St.Vitus Schützen Bontkirchen mit 139 Ringen. Zweiter der Heimatverein Altenbrilon mit 137 Ringen und dritter der Heimat-und Schützenverein Petersborn Gudenhagen mit 136 Ringen.

Weitere Platzierungen: St.Hubertus Brilon (131 Ringe), St.Laurentius Rösenbeck (129), St.Anna Wülfte (127), St.Josef Scharfenberg (124), und St.Hubertus Rixen (114).

Das Einzelschießen konnte Renate Hentschel aus Petersborn-Gudenhagen, im zweifachen Stechen, mit 29 Ringen für sich entscheiden. Gefolgt von Peter Becker aus Altenbrilon und Björn Kraft aus Wülfte, beide 29 Ringe. Weitere Platzierungen: Manfred Henke mit 29 Ringen, Nikolas Frigger, Franz-Josef Göke, Calvin Biermann und Alexander Kleff, alle mit 29 Ringen.

Zum Abschluss durften die amtierenden Könige ihre Treffsicherheit untereinander beweisen. Auch hier war es wie bei allen anderen Durchgängen wieder richtig spannend. 

Albert Kröger setzte sich mit 36 Ringen vor Dario Feldmann, auch 36 Ringe und Stefan Hötger (34 Ringe) durch und ,,krönte" sich ereut. Die weiteren Plätze belegen Frank Schlüter (33), Jörg Nolte (32), Niklas Witthaut (31), und Nils Lange (23).

Nach der Siegerehrung, durch den zweiten Vorsitzenden vom Stadtverband Tobias Tilli, klang der Abend bei herzhaften Snacks

und kühlen Getränken aus.

 

 

CDU Brilon - Neues Gesicht im Kandidaten - Trio für Kreistag

Westfalenpost / Lokalausgabe

02.01.2020

Die CDU Brilon hat ihre Kandidaten für die Kreistagswahl im Hochsauerlandkreis am 13. September nominiert. Dabei gibt es ein neues Gesicht. 

Als Nachfolger von Siegfried Schräjahr, der 2009 und 2014 das Mandat holte, wählten die Mitglieder in geheimer Abstimmung Ratsherrn Michael Hilkenbach für die Kandidatur im Wahlbezirk 23 (Kernstadt, Altenbrilon, Wülfte, Altenbüren, Esshoff). Als Mitbewerberin war Ulrike Platner--Mühlenbein angetreten. Hilkenbach (61) ist Diplom-Ingenieur und bei Straßen.NRW tätig. Er gehört seit 20 Jahren dem Rat Brilon an. Als seinen Direktvertreter nominierten die CDU-Mitglieder Stefan Schleich.

Im Wahlbezirk 24 (Teile der Kernstadt, Gudenhagen-Petersborn und Brilon-Wald) wird erneut Wolfgang Diekmann kandidieren. Diekmann vertritt den Wahlbezirk seit 1997 im Kreistag. Der 63-Jährige arbeitet als Geschäftsführer der CDU-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Die CDU-Mitglieder nominierten ihn einstimmig für den Wahlbezirk. Seine Direktvertreterin ist Cordula Rosenbaum.

Ebenfalls einstimmig nominiert wurde Eberhard Fisch. Er wird wieder im Wahlbezirk 25 (Scharfenberg, Rixen, Alme, Madfeld, Thülen, Rösenbeck, Radlinghausen, Nehden, Messinghausen, Hoppecke, Bontkirchen und Hoppecke). Der 47-jährige Thülener, im Rat Brilon Vorsitzender der CDU-Fraktion, gehört seit 2009 dem Kreistag an und ist dort seit fünf Jahren stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion. Fisch ist Direktor des Amtsgerichts in Marsberg. Seine Direktvertreterin ist Petra Frese aus Messinghausen.

Ausbildungsgänge konzentrieren

Als Gast nahm Landrat Dr. Karl Schneider in der Mitgliederversammlung Stellung zu Briloner Themen. Was die Zuhörer gerne vernahmen: „Das Berufskolleg Brilon bleibt selbstständig“, betonte Dr. Schneider. An den anderen Berufskolleg-Standorten im HSK stehen zwar große Sanierungen und Neubauten an, zudem müssen Ausbildungsgänge müssen aufgrund kleiner werdender Jahrgänge an einem Standort konzentriert werden. Doch der Standort Brilon sei zu wichtig für die Stadt und den östlichen Hochsauerlandkreis, um ihn in Frage zu stellen. Damit reagierte der Landrat direkt auf Kritik von der SPD Brilon, die ihm ein mangelndes Bekenntnis zum Berufskolleg Brilon vorgeworfen hatte.

Krankenhaus-Kooperationen

Auch zum Thema medizinische Versorgung äußerte sich Karl Schneider ausführlich. „Wir dürfen in diesem Bereich nicht abgehängt werden“, betonte er mit Blick auf Überkapazitäten in den Krankenhäusern im Rheinland und Ruhrgebiet. Im Rahmen seiner Möglichkeiten setze er sich auch für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Krankenhauses in Brilon ein.

Gleichzeitig hob er hervor, dass Kooperationen der Krankenhäuser im östlichen Hochsauerlandkreis gesucht werden müssen, damit die Strukturen nicht wegbrechen.

40 Medizin-Stipendiaten

Zudem verwies er auf zwei Projekte des Kreises. Mittlerweile gibt es 40 Studenten, die das Medizinstipendium des Kreises in Anspruch nehmen. Die Studenten haben sich verpflichtet, nach dem Studium für mindestens vier Jahre in Hochsauerlandkreis zu arbeiten.

Zudem kündigte Dr. Schneider an, dass in Brilon das Kreishaus und die Polizeiwache saniert werden sollen.

 

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