Wülfte in der Westfalenpost - Berichte  2021



Brilon testet mit Versuch intelligente Solar - Straßenlampen

Westfalenpost / Lokalausgabe

30.12.2021


Joelle Horstmann (2. Vorsitzende Dorfverein Wülfte und Anwohnerin), Erich Canisius (Ortsvorsteher Wülfte) und Marcus Bange 

(Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt Brilon). 

Foto: Stadt Brilon


Die Stadt Brilon hat versuchsweise die ersten intelligenten Solarstraßenlampen aufgestellt. Wo man sie findet und was sich die Stadt erhofft. 


An einem Fußweg in Wülfte und am Marsweg kommt die neue Technik zum Einsatz, auf die dioe Stadt Brilon Hoffnung setzt. Bereits vor acht Jahren wurden rund 1200 Straßenlampen auf LED-Technik umgerüstet. Die Kostenersparnis für den Stromverbrauch beläuft sich seither auf über 90.000,00 Euro pro Jahr. Durch den Einsatz intelligenter Technik soll nun der nächste Schritt in diese Richtung gegangen werden. 


Im Rahmen eines Feldversuchs wurden zwei Solarleuchten aufgestellt, die zusätzlich mit Bewegungsmeldern ausgerüstet sind. Damit wird die Beleuchtungsstärke von einer Grundausleuchtung hochgefahren, sobald sich jemand zu Fuß oder per Rad annähert. Bei dem nun laufenden Feldversuch wird ermittelt, wie sich die Lampen in der heimischen Region in Sachen Leuchtkraft, Haltbarkeit der Module, Anfälligkeit der Technik, Umweltfreundlichkeit und Bürgerzufriedenheit bewähren. Die Erfahrungen mit der neuen Solarbeleuchtung werden so Aufschluss darüber geben, inwieweit diese neue Technik für weitere Maßnahmen geeignet ist. Die Erprobungszeit ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt. 

Mehr Klima- und Umweltschutz

Das neue System bietet sich insbesondere bei eigenständigen Rad- und Fußwegen an. Herkömmliche Laternen benötigen einen Anschluss an das Stromnetz. Da dieser nicht immer vorhanden ist, sind für „normale Laternen“ erhebliche Kosten für die Leitungsverlegung erforderlich. Daneben werden alle konventionellen Straßenlampen ab dem 1. Januar ausschließlich mit ÖKO-Strom versorgt. Nach Auslaufen des alten Stromversorgungsvertrages wurde in einem europaweiten Vergabeverfahren die Lieferung von ÖKO-Strom ausgeschrieben. Damit werden nun alle Straßenlampen und ebenfalls 126 Gebäude der Stadt Brilon zu 100 Prozent mit Ökostrom beliefert. Die Transformation hin zu mehr Klima- und Umweltschutz wird so mit weiteren Schritten umgesetzt.




,,Rotten Place" bei Brilon gibt Rätsel auf

Westfalenpost / Lokalausgabe 

28.12.2021

Jürgen Hendrichs


Jetzt ist die Jahreszeit, in der dieser Bruchstein-Torso an der B480 bei Brilon besonders ins Auge fällt.

Wer weiß, um was es sich handelt? 




Wer mit dem Auto oder dem Rad von Brilon in Richtung Rüthen fährt, kommt an diesem verfallenen Bauwerk vorbei. / Foto: Jürgen Hendrichs



Jetzt geben die blätterfreien Bäume den Blick auf das verfallene Bauwerk, modisch „Rotten Place“, kurz vor Brilon wieder frei: An der B480/Möhnestraße, in Höhe des Tierheims, fällt in der Böschung ein massiges Portal aus Bruchsteinen ins Auge. So mancher Autofahrer wird sich schon die Frage gestellt haben: Wohin mag dieses Tor wohl führen? Die ernüchternde Antwort: nicht besonders weit. Denn was aussieht wie ein Stollenmund, ist lediglich die Kammer eines ehemaligen Kalkbrennofens.

 


Blick in den Steinbruch am Flötsberg bei Wülfte: Am 19. April 1956 fand die letzte Schicht statt. Der Turm in der Mittel ist der damals neue Brennofen, daneben der Brecher und die Mühle. Der alte Brennofen, dessen Reste von der Möhnestraße aus zu sehen sind, befindet sich am rechten Bildrand am oberen Ende der Stützmauer. Die Böschung ist der sog. Dreckdamm. Links die damalige Werkleiterwohnung.                     
Foto: Dorfarchiv Wülfte   

Bis wann dieser Ofen in Betrieb war, kann Heidrun Gördeler nicht sagen. Dabei ist sie mit dem Kalksteinbruch am Flotsberg groß geworden. Ihr 1960 verstorbener Vater, Josef Schmidt-Diemel – nach dem Krieg übrigens für einige Monate ernanntes Mitglied des NRW-Landtags und von 1947 bis 1950 Vorsitzender der CDU im damaligen Kreis Brilon – leitete lange den Steinbruch. Die Familie lebte damals auch unmittelbar neben dem Werkslände an der Straße nach Wülfte.

Tochter des Werkleiters erinnert sich

Den alten Brennofen hat auch Heidrun Gördeler nur noch als Torso in Erinnerung. Wohl aber weiß sie noch, dass es damals entlang der langen Bruchsteinrampe, dereren letztes Stück heute ebenfalls noch erhalten ist, ein Stichgleis gegeben hat, das einst zum Verladen auf die Bahn gedient hatte. Und sie weiß auch noch, wie der Hang entstanden ist, in dem der alte Ofen teilweise versunken ist: „Das war der Dreckdamm.“ Dort wurde das nicht verwertbare Material hin gekippt.


Auch Ortsheimatpfleger Walter Ising hat sich mit der Geschichte des Kalkabbaus in Wülfte und der des Steinbruchs am Flotsberg befasst. Im Dorfarchiv sind für das Jahr 1851 „einige Schurflöcher“ am Flotsberg und am Quarzberg erwähnt. 1892 wurde an der Kapelle ein Kalkofen angelegt. Der Steinbruch selbst wurde erst 1921 erschlossen. Neben dem von der Möhnestraße aus sichtbaren Brennofen-Rest gibt es in der näheren Umgebung weitere historische Kalkbrennstätten. Und in Wiesen und Wäldern kann das geübte Auge etliche verborgene kleine und kleinste Kalksteinbrüche erkennen. 

Alte Öfen drei lang auf Temperatur gebracht

In den historischen Öfen wurde der geschichtete Kalkstein mit Holz, Reisig oder Holzkohle drei Tage auf rund 1000 Grad gebracht. Walter Ising: „Der Verbrauch an Brennstoff war riesig, ganze Berghänge waren kahl geschlagen.“ Im 19. Jahrhundert wurde das Kalkbrennen durch die Entwicklung energiesparender Öfen verbessert. Zeitgenössische Aufzeichnungen über den Brennofen an der Möhnestraße kennt der Ortsheimatpfleger nicht.



In der blätterlosen Jahreszeit ist der “Rotten Place“ an der Möhnestraße gut zu erkennen.                    
Foto: Jürgen Hendrichs   

In der Chronik der Sauerländischen Kalkindustrie (SKI) Messinghausen, die 1996 aus Anlass der 100-jährigen Firmengeschichte verfasst wurde, ist die Funktionsweise eines 1895 beantragten vergleichbaren „Berliner Patentofens“ erläutert. Dabei sorgen mehrere seitlich angebrachte Brennkammern für die zum Kalkbrennen erforderliche Kerntemperatur von rund 1000 Grad. Schon drei Jahre später begann in Messinghausen mit dem Bau eines modernen, 54 Meter langen Ringofen die industrielle Kalkherstellung: Aus 18 Kammern ließen sich täglich „vier bis fünf Doppelwagen Fettkalk“ gewinnen. Heute gehört das Unternehmen zur Lhoist-Gruppe.   


Auch an anderen Stellen im Raum Wülfte hat Ortsheimatpfleger Walter Ising Reste historischer Kalkbrennöfen dokumentiert.                    
Foto: Walter Ising  

Von diesen Dimensionen war man am Flotsberg weit entfernt. Heidrun Gördeler kann sich noch an den auf der Luftaufnahme zu sehenden Brennturm erinnern. Mit Loren wurde der Kalkstein in die Höhe gezogen. Neben dem Brennofen befanden sich der Brecher und die Mühle, in denen die Steine zerkleinert wurden.  

Auch wenn am 19. April 1956 die letzte Schicht am Flotsberg gefahren wurde: Gerumst hat es dort weiterhin. Der Steinbruch gegenüber wurde noch länger betrieben. Walter Ising weiß noch, dass sein Vater, der die Milch aus Wülfte fuhr, manchmal auf der Möhnestraße durch die dort gelandeten Steine aufgehalten wurde. Und Werner Muckermann vom Osterhof kann sich an jene Zeit erinnern, in der sein Grundstück „schon mal eine Ladung abgekriegt“ hat.   


Info:

Vom Stein zur Deponie

Etwa ab Mitte der 60 Jahre wurde der Steinbruch als Bauschuttdeponie genutzt.

1985 wurde dort das Tierheim errichtet; treibende Kraft dabei war der frühere SPD –MdL Julius Drescher (1920 – 2015).

Der Steinbruch am Tierheim wird ebenso wie der Steinbruch gegenüber heute von zwei von zwei Unternehmen

als Boden- und Bauschuttdeponie betrieben.


   
 




Sparclub Lady aufgelöst

Westfalenpost / Lokalausgabe

21.12.2021


Wülfter Verein: Ende nach 56 Jahren

 

Der Sparclub Lady (von links):

Manfred Kölsche, Bernhard Flock, Harald Stahl, Werner Spitthoff, Bernd Henke, Hermann Jochheim, Heinz Gerbig,

Hermann Bödefeld, Wilfried Krämer und Walter Ising.

Auf dem Foto fehlen Frank Püschel und Jörg Pape.


Der Wülfter Sparclub Lady hat sich nach 56 Jahren aufgelöst.

1965 gründeten einige junge Wülfter Männer im ehemaligen Gasthof Jägerkrug den Sparclub Lady. 

Einst betrieb dort Familie Jäger einen Tante-Emma Laden. Damals gehörte es zum Wülfter Sprachgebrauch,

,,bei Ladens" einzukaufen und Josef Jäger nannte man Lady. Somit wurde er 1965 bei der Vereinsgründung
Sparvater und Namensgeber des Männersparclubs. 1984 war abzusehen, dass die Gastronomie im Jägerkrug der
familiären Privatnutzung weichen sollte. Daher zogen die Männer mit ihrem Sparkasten ein paar Meter weiter in den
Gasthof Canisius.
Jährliche Wochenendtouren nach Holland und ganz Deutschland zählten zu den Höhepunkten des Clubs.
Wanderungen, interne Schützenfeste und Auftritte beim Wülfter Karneval waren weitere Aktivitäten, die stets für
Stimmung sorgten. 
Mit über 60 Personen feierte der Sparclub 2015 sein 50 jähriges Bestehen. Unter den Gästen befanden sich noch acht
Gründungsmitglieder. Der Gasthof Canisius hat nsch dem Corona-Lockdown nicht mehr geöffnet.
Das Wirte-Ehepaar Birgit und Werner Luis genießen den Ruhestand.
Da dem Sparclub hiermit die Heimat genommen wurde und man keine Alternative sah, entschlossen sich die verbliebenen
Mitglieder dazu, den Verein nach 56 Jahren aufzulösen.



Wer in Brilon bauen will, braucht ein dickes Portemonnaie

Westfalenpost / Lokalausgabe

28.11.2021

Jürgen Hendrichs


Die Katze ist aus dem Sack: Wer die beiden städtischen Grundstücke am Kahlen Hohl in Gudenhagen kaufen möchte, muss tief ins Portemonnaie greifen. 


Die Katze ist aus dem Sack. Mit dem Preis für ihre beiden Grundstücke am Kahlen Hohl stößt die Stadt Brilon in eine für die Dörfer neue Dimension vor. Das eine ist „ab 74.019,13 Euro“ zu haben, das andere „ab 75.219,15 Euro“. So jedenfalls bietet die Stadt die beiden Flächen ganz frisch auf ihrem Immobilienportal an. 


Als Kaufpreis hat der Haupt- und Finanzausschuss in der vergangenen Woche einen Grundpreis von 60 Euro pro Quadratmeter festgelegt. Da kommen als Vorauszahlung auf die Erschließungsbeiträge 28 Euro/qm hinzu, außerdem - ebenfalls als Vorauszahlung - 3,20 Euro/qm für die von der Stadt vorzunehmenden landschaftspflegerischen Ausgleichsmaßnahmen. Außerdem stellen die Stadtwerke dem künftigen Bauherrn gesondert 2,66 Euro/qm für den Kanal- und 1,09 Euro/qm für den Wasseranschluss in Rechnung. 


Da kommt bei 777 und 790 Quadratmetern einiges zusammen. „Das ist ein stolzer Preis“, staunt auch Ortsvorsteher Wolfgang Diekmann. Andererseits: Für das Geld bekommen die künftigen Eigentümer auch eine unverbaubare Fernsicht gen Osten. Vor ihrer Haustür liegt nämlich die riesige Weidefläche, auf der das Feriendorf Gut Petershagen entstehen sollte. 


Punktekatalog für die Vergabe

Daraus ist bekanntlich trotz jahrelanger Planungsarbeit letztlich nichts geworden. Auf der Wiese hatte sich nach wiederholter Kartierung und finaler Einschätzung des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (LANUV) eine hochgradig schützenswerter Magerrasen entwickelt. Außerdem liegen die ehemaligen Gutsteiche in unmittelbarer Nachbarschaft zu den beiden Bauplätzen.


Insgesamt acht Bauplätze hat die Stadt Brilon am Kahlen Hohl ausgewiesen. Neben den beiden städtischen stehen auch vier private als „sofort verfügbar“ auf der Immo-Seite der Stadt. Dabei handelt es sich um die rechte, bisher unbebaute Seite des zur Erschließungsstraße gerade ausgebauten Wirtschaftswegs. Mit 991 qm, 1872 qm, 2415 qm und 3438 qm sind das wahre Flächenriesen. Und Ballast. Denn schließlich werden die auf rund 360.000 Euro kalkulierten Erschließungskosten ja auf die Grundstücksflächen umgelegt.

Während die privaten Grundstücke frei handelbar sind, hat sich die Stadt für die Vergabe ihrer Bauplätze, wie berichtet, ein Korsett gegeben. Die im Juli beschlossenen „Richtlinien zur Vergabe städtischer Grundstücke“ haben das Ziel, den „sozialen Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde zu stärken und zu festigen“.


Ohne diese Kriterien, so heißt es in der Präambel weiter, wäre „die in Brilon und dessen Ortschaften verwurzelte Bevölkerung zu großen Teilen nicht in der Lage, Grund und Boden zu Wohnzwecken zu erwerben und zu finanzieren“. Die Richtlinien „dienen dazu, dauerhafte, langfristige und nachhaltige Sesshaftigkeit in der Gemeinde zu ermöglichen“. 


Verpflichtungen für den Käufer

In einem Punktekatalog werden Kinder, der Wohnortbezug, ehrenamtliches Engagement im Ort, Nähe zum Arbeitsplatz und - frei von der Stadt zu berücksichtigen - besondere außergewöhnliche Umstände gewichtet.

Mit dem Zuschlag geht der Käufer weitgehende Verpflichtungen ein. So darf er das Grundstück nicht an Dritte veräußern, er muss es innerhalb von zwei Jahren bebauen und das Haus wenigstens fünf Jahre als Hauptwohnsitz selbst nutzen. Ein Verstoß kann teuer werden: Da droht die Stadt eine Vertragsstrafe in Höhe des vollen Kaufpreises an.

Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage der WP mitteilte, liegen bisher 27 Anfragen für die beiden Grundstücke am Kahlen Hohl vor. Jetzt, da der Preis festgesetzt ist, werden alle angeschrieben und gefragt, ob sie weiterhin an einem der beiden Bauplätze haben. Sollten sich weiterhin mehrere Bauwillige melden, erfolge, so die Verwaltung, der Zuschlag gemäß der im Juli vom Rat festgelegten Richtlinien.


Weiterer Bedarf

Ortsvorsteher Diekmann hofft, dass der Grundstückspreis jetzt keine junge Familie abschrecke. Wer Interesse hat, könne sich bei ihm oder dem Liegenschaftsamt der Stadtverwaltung melden. Bekannt ist, dass Gudenhagen-Petersborn wegen seiner Nähe zur Kernstadt ein attraktiver Wohnort ist.

Das sei auch an dem Interesse an den vier zum Verkauf angebotenen privaten Grundstücken am Kahlen Hohl abzulesen. Die stehen ohne Preis im Immo-Portal der Stadt. Der Eigentümer, so Diekmann, habe erst „die Preisgestaltung der Stadt abwarten“ wollen.

Das nächste Baugebiet hat Diekmann schon lange vor Augen: An der Langen Heide, an der Straße zum Hochbehälter, könnten bis zu 15 Bauplätze geschaffen werden. Haken an der Sache: Bei der Fläche handelt es sich um Wald. Der müsste erst umgewandelt werden.


Baugebiet „Lübbers Wiese“

Fest stehen auch die Preise für die städtischen Grundstücke im Baugebiet „Lübbers Wiese“ in Wülfte.

Da kostet der Quadratmeter 41 Euro plus 14,19 Euro/qm Erschließung, 1,20 Euro/qm Ausgleichsbeitrag sowie 2,66 Euro/qm für den Kanal- und 1,09 Eur/qm für den Wasseranschluss.

Für diese Grundstücke liegen aktuell 15 Anfragen vor.



Brilon: Bürger profitieren von Straßenbau Förderung

Westfalenpost / Lokalausgabe

25.11.2021

Jürgen Hendrichs


Für das Geld können sich der eine drei Kasten Bier kaufen, der andere ein Auto: In Brilon kriegen viele Anlieger Straßenausbaubeiträge zurück. 


Viele haben ihr Geld schon zurück auf dem Konto: Exakt 377.925,47 Euro erstattet das Land der Stadt Brilon an Straßenausbaubeiträgen. Die Spanne ist gewaltig. Sie reicht von 56,16 Euro bis 17.007,88 Euro. Den Anliegern von der Altenbriloner Straße in Brilon, vom Freudental in Thülen und vom Kapellenstein in Wülfte wurde ihr Anteil bereits überwiesen, die Anwohner von Rixener Straße und Südstraße müssen sich noch etwas gedulden, ehe sie von ihren Vorauszahlungen etwas zurück bekommen. Bürgermeister Dr. Christoph Bartsch freut sich, dass alle fünf Briloner Anträge bewilligt worden ist. „Die Kollegen in der Verwaltung“, so Dr. Bartsch, „haben gute Arbeit geleistet.“ Die komplizierte Materie sei „nicht einfach zu handeln. Da muss man sich erst reinfuchsen“. 


Das haben sich offenbar viele andere Verwaltungen gescheut. Denn von den 65 Millionen Euro, die das Land für diese Förderungen in diesem Jahr zur Verfügung stellt, sind erst rund 8,2 Millionen Euro abgerufen worden. 


Damit sei Brilon im Konzert der 392 Kommunen des Landes überproportional mit 4,1 Prozent des Budgets berücksichtigt. 351 Maßnahmen sind seit September vergangenen Jahres angemeldet worden - für Kommunalministerin Ina Scharrenbach „ein Erfolg“, wie sie vor zwei Wochen noch sagte. Für den Bund der Steuerzahler ist die geringe Nachfrage jedoch ein Indiz dafür, dass sich NRW - wie andere Bundesländer auch - den völligen Verzicht auf den Anlieger-Obolus leisten könne. 


Bis zu 18 Meter breite Trasse

In Brilon hatte es in 2018 viel Aufregung um den Ausbau der Südstraße gegeben. Wegen des dort historisch bis zu 18 Meter breiten Straßenraumes sollten die Anlieger von den rund 830.000 Euro hohen Ausbaukosten 277.000 Euro übernehmen. Umgelegt waren das 19,64 Euro pro Quadratmeter Grundstück. Das wurde durch Abstriche bei den Parkeinrichtungen auf 18,24 Euro/qm reduziert. Letztlich kamen auf sie insgesamt 253.565,15 Euro an umlagefähigen Kosten zu; demnächst gibt es 126.782,57 Euro zurück.

Zum Vergleich: Beim Ausbau der Altenbriloner Straße waren es, teils auch durch die dort vorhandenen wesentlich größeren Grundstücke und die Friedhofsfläche bedingt nur 4,14 Euro/qm. Hier lag der umlagefähigen Aufwand bei 67.727,06 Euro, und hier gab es schon 33.863,53 Euro zurück.


Auf die Erstattung warten auch noch die Anlieger der Rixener Straße, die mit 11,56 Euro/qm zur Kasse gebeten wurden. Beim Straßenausbau neu angelegt wurden Pflanzbeete. Als vor wenigen Tagen, wie berichtet, die SPD den Antrag stellte, in Brilon Stein- und Schottergärten zu verbieten, hieß es in Sozialen Medien, dass sich die Stadt wegen dieser Beete doch an die eigene Nase packen müsse. 


„Mit Schotterbeeten nichts zu tun“

Bei den Rabatten handelt es sich um ganz spezielle Staudenbeete. Die Kuhlen sind mit einem speziellen Pflanzsubstrat auf Lava-und Diabas-Basis gefüllt und haben, so einmal Stadtgärtner Markus Düppe, „mit Schotterbeeten nichts zu tun“. Die Bepflanzung besteht aus zeitlich unterschiedlich blühenden, trockenheitsresistenten Stauden, die selbst jetzt zum Winter hin für etwas Farbe sorgen. Außerdem bieten sie Insekten Unterschlupf. Bei der Rixener Straße hatte die Stadt 244.010.51 Euro der rund 940.000 Euro hohen Baukosten umgelegt.

Mit dem NRW-Förderprogramm erhalten die Anlieger die Hälfte ihres Obolus zurück. Ins Freudental in Thülen flossen 81.531,82 Euro, am Kapellenstein in Wülfte erhielten die Anlieger 13.742,30 Euro zurück. 

Bei neuen Baumaßnahmen reduzieren sich die Vorausleistungen entsprechend. Künftig erhebt die Stadt bei Straßenausbaumaßnahmen statt 75 Prozent nur noch 45 Prozent als Vorausleistung. 20 Jahre lang haben Anlieger dann Zeit, ihren Obolus zu leisten. Für die Stadt kein schönes Geschäft, denn sie hat ja die Baukosten vorfinanziert. Kämmerer Franz Heers weiß, dass oft Einwohner um langfristige Stundung bäten, „die es eigentlich gar nicht nötig hätten“.




                                                                                

Brilon: Stadtschützenverband stellt Zukunftspläne vor

Westfalenpost / Lokalausgabe

22.11.2021

Joachim Aue


Der Stadtschützenverband Brilon stellt die Weichen für Aktivitäten der nächsten Jahre auf Stadtebene. Das ist bisher alles geplant: 

Der Stadtschützenverband Brilon stellte auf seiner Jahreshauptversammlung in „Haus Wiesengrund“ in Altenbrilon die Weichen für Aktivitäten in den nächsten Jahren auf Stadtebene. 


Da gelte es vor allem wieder die jungen Leute für das Schützenwesen zu begeistern, regte Brilons Major Herbert Jätzel an. Darum her sollte der Vorstand des Stadtverbandes möglichst bald um zwei Vertreter der Jungschützen erweitert werden. Jätzel: „Wir müssen die jungen Leute in die Pflicht nehmen und ihnen eine Plattform bieten, um sich mit ihren Interessen einzubringen.“ Mit diesem Vorschlag entfachte der Major eine breite Diskussion. Zwar waren sich die Delegierten über die Notwendigkeit grundsätzlich einig, wollten sich aber noch nicht über die weitere Vorgehensweise festlegen. Fest steht allerdings, dass bereits am Tag vor der Kreisjugendversammlung im „Haus Wiesengrund“ am 11. Februar, alle interessierten Jungschützen der Stadt eingeladen werden, um das Thema zu erörtern.

Kleinere Versammlung des Stadtschützenverbandes Brilon

Die Stadtverbandsversammlung fand in diesen Jahr nicht wie gewohnt mit allen Vorstandsmitgliedern der Bruderschaften und Vereine aus der ganzen Stadt Brilon statt, sondern in einem kleineren Rahmen. Außer dem Vorstand und ein paar fleißigen Helfern des Heimatvereins waren pro Verein nur zwei Delegierte vertreten. Mit dieser Maßnahme wollte man den geltenden Vorschriften in einer erneuten Hochphase von Corona Rechnung tragen und die Schützenbrüder keinem erhöhten Risiko aussetzen. Die musikalische Umrahmung beschränkte sich auf das Lied vom „Guten Kameraden“, das Franz-Josef Rickert im Anschluss an eine kurze Andacht vom Probst Dr. Reinhard Richter und Pfarrer Rainer Müller nach dem Totengedenken auf seiner Trompete spielte. 


In seiner Begrüßung sprach der Stadtverbandsvorsitzende Tobias Tilli die Hoffnung aus, dass es im kommenden Jahr wieder eine halbwegs normale Schützenfestsaison geben würde. Der Lage entsprechend fielen anschließend seine Jahresberichte 2020 und 2021 relativ kurz aus, zumal auch das Stadtschützenfest in Wülfte wegen der Pandemie nicht stattfinden konnte. Das soll 2024 dort nachgeholt werden. Dennoch soll es im kommenden Jahr nach Möglichkeit ein außerordentliches Stadtschützenfest geben, das die Briloner Hubertusschützen ausrichten wollen. Das sei in der Briloner Halle machbar und ohne finanzielles Risiko im Vorfeld zu realisieren, betonte Jätzel. 


Jahreshauptversammlung bei der St. Hubertus Schützenbruderschaft

Die eigentlich dieses Jahr in Thülen geplante Jahreshauptversammlung soll 2022 von der dortigen St. Hubertus Schützenbruderschaft ausgerichtet werden. Die Hoppecker Schützen erklärten sich bereit, den nächsten Stadtschützenball im Frühjahr 2023 auszurichten. 


Dass die Schützen eine unverzichtbare Größe im Leben der Stadt, auch in Zeiten von Corona, sind, machte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch in einem Grußwort deutlich. Ähnlich sah es auch Propst Dr. Reinhard Richter, der um Verständnis dafür bat, dass es aufgrund personeller Engpässe immer schwerer werde, alle Terminwünsche der Vereine und Bruderschaften abzudecken. 


Bei den Neuwahlen zum Vorstand wurde der zweite Vorsitzende Jan-Steffen Hentschel (Heimat- und Schützenverein Petersborn-Gudenhagen) ebenso einstimmig wie Beisitzer Ralf Pieper (Heimatverein Altenbrilon für vier weitere Jahre wiedergewählt. Ohne Gegenstimme wurde auch Olaf Karte ((St. Hubertus Rixen) zum neuen Schriftführer gewählt, der die Nachfolge von Niklas Frigger (St. Hubertus Brilon) antritt. Dem stellvertretenden Bürgermeister der Stadt Brilon, der sich nach siebenjähriger Amtszeit nicht mehr zur Wahl stellte, galt der besondere Dank des Vorsitzenden. 


Mehr als 1.800 Euro werden an den Fonds für Flutopfer der Stadt überwiesen. Dieser Betrag kam bei einer Umlage der Vereine und einer Hutsammlung zusammen, der noch aufgestockt wurde. 


Künftige Termine:

10.Februar 2022: Treffen der Jungschützen in Altenbrilon

11.Februar 2022: Kreisjungschützenversammlung

30.April 2022: Bundesversammlung

15.Mai 2022: Schützenfest der Caritas

11./12.September 2022: außerordentliches Stadtschützenfest

Frühjahr 2023: Stadtschützenball in Hoppecke

Herbst 2024: Stadtschützenfest in Wülfte



Künftige Termine



Brilon: Berufsfeuerwehr ja oder nein?

Entscheidung gefallen

Westfalenpost / Lokalausgabe

09.11.2021

von Jürgen Hendrichs


Die Stadt Brilon hat Post von der Bezirksregierung Arnsberg erhalten. Es geht um Brandschutz in der Kommune und die Zukunft der Feuerwehr.

Die Stadt Brilon hat es in der vergangenen Woche Schwarz auf Weiß aus Arnsberg erhalten: Sie kann auch die kommenden fünf Jahre auf eine hauptamtliche Feuerwehr verzichten. Dazu sind Mittlere kreisangehörige Städte dem Grunde nach zwar gesetzlich verpflichtet. Für eine sieben Tage rund um die Uhr einsatzbereite Sechser-Staffel würden rund 30 Feuerwehr-Profis plus das Führungspersonal benötigt. Wenn aber „der Brandschutz und die Hilfeleistung in der Kommune gewährleistet“ wird, kann die Bezirksregierung eine Ausnahmegenehmigung erteilen.


Führungswechsel bei der Briloner Feuerwehr:
(v.l.) Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, die beiden neuen stv. Leiter Manuel Henke und Andreas Becker, der neue Stadtbrandmeister
Thomas Bauerfeind, sein Vorgänger Wolfgang Hillebrand und dessen Stellvertreter Wilfried Göbel                    
Foto: Jürgen Hendrichs  


Die allerdings ist nicht umsonst zu bekommen, wie Bürgermeister Dr. Bartsch am Samstag vor rund 200 Vertretern von Feuerwehr und Politik am Gerätehaus in der Grimmestraße betonte: „Es gibt Bereiche, in denen die Wirtschaftlichkeit hinter dem Anspruch auf Daseinsvorsorge zurücktritt.“ 


Negativ-Beispiel: Rettungsdienstbedarfsplan

Die Zusammenlegung der beiden Notarztstandorte Brilon und Olsberg zeige, „zu welchen Ergebnissen Technokraten in ihrer Reißbrettgenauigkeit kommen“. Der gesetzliche Anspruch auf Erreichbarkeitszeiten „könne nicht allein das Maß struktureller Entscheidungen“ sein, zumal dann nicht, wenn diese Versorgungssicherheit von breitem ehrenamtlichen Engagement getragen werde.

Wie sehr dies in Brilon der Fall ist, zeigte sich Samstagnachmittag beim Wechsel in der Wehrführung und einer doppelten Fahrzeugweihe.                    

Komplett neue Führungsriege

Nach 12 Jahren an der Spitze der Briloner Feuerwehr - das sind zwei Amtsperioden - hat Stadtbrandinspektor Wolfgang Hillebrand (59) den Stab an seinen bisherigen Stellvertreter, Stadtbrandinspektor Thomas Bauerfeind (49) aus Alme übergeben. Und da mit Hillebrand auch sein bisheriger zweiter Stellvertreter, Wilfried Göbel (59, Messinghausen), aus dem Amt schied, besitzt die Feuerwehr mit Andreas Becker (Brilon) und Manuel Henke (Wülfte) nun eine komplett neue Führungsriege. Das entsprechende Anhörungs- und Wahlverfahren haben der Rat der Stadt und der Kreisfeuerwehrverband in diesem Spätsommer durchgeführt.

                                    

Als er 1976, gerade einmal 14 Jahre alt, bei der Briloner Feuerwehr eintrat, habe „jeder einen blauen Kombi und einen schwarzen Helm im Feuerwehrhaus hängen“ gehabt und manches Mal „mussten wir Fahrzeuge erst anschieben“, warf Wolfgang Hillebrand einen Blick zurück. Heute verfüge die Briloner Feuerwehr über einen „hervorragenden Fuhrpark“ und eine „sehr motivierte Truppe“. Selbst wenn auch „mal weniger Geld in der Kasse“ gewesen sei, habe die Stadt „ihre Feuerwehr immer mit dem Notwendigen versorgt".


Zum Ende seiner Amtszeit als Wehrführer konnte Wolfgang Hillebrand noch einmal den symbolischen Fahrzeugschlüssel für zwei neue Einsatzwagen entgegennehmen: Für 406.867,19 Euro hat die Stadt Brilon ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) angeschafft und für 68.878,71 Euro ein Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) angeschafft 

Erster Einsatz: Fingerring abflexen

Das HLF 20 ersetzt ein 26 Jahre altes LF 16/12. Das Fahrzeug dient der Sicherstellung des Brandschutzes im gesamten Stadtgebiet und ist das zuerst ausrückende Fahrzeug bei Bränden, Verkehrsunfällen, Menschenrettungen und auch bei automatisch ausgelösten Brandmeldeanlagen. Der 340 PS starke 18-Tonner verfügt u.a. über einen 2000 Liter fassenden Löschwasser- sowie einen 150 Liter großen Schaummitteltank, es hat drei tragbare Leitern an Bord, einen Stromerzeuger, eine hydraulischen Rettungssatz, Motor- und Rettungssäge, sechs Pressluftatmer, ein Mehrgasmessgerät und eine Wärmebildkamera.

Das hochgerüstete Fahrzeug ist bereits seit Juni im Einsatz, und gleich am Tage der inoffiziellen Inbetriebnahme war das neue technische Equipment benötigt worden - um mit einem Multifunktionswerkzeug im Briloner Krankenhaus einem Patienten einen für Trennschleifer zu widerstandsfähigen Titanring vom Finger zu flexen. Das neue MTF kann bis zu neun Personen befördern und dient stadtweit zur Einsatzunterstützung und für dienstliche Fahrten, wie etwa zu Schulungen im Zentrum für Feuerschutz in Meschede-Enste; außerdem steht es der Jugendfeuerwehr zur Verfügung.

Den kirchlichen Segen spendeten Pfarrer Rainer Müller für die evangelische und Pastor Ansgar Drees für die katholische Kirchengemeinde.

Bis 2025 fast sieben Millionen Euro im Investitionsplan

Dass sich die Stadt den Feuerschutz etwas kosten lässt und das Engagement der Feuerwehrmänner und -frauen nach Kräften unterstützt, führte Bürgermeister Dr. Bartsch anhand der von 2022 bis 2025 bereits in die Haushaltsplanung aufgenommenen Ausgaben aus: 4,71 Millionen Euro für Neu- und Umbauten bei den Gerätehausen, 1,75 Millionen Euro für neue Fahrzeuge und rund 252.000 Euro für Geräte und Ausrüstung.


Bürgermeister Dr. Bartsch bezeichnete es Zeichen von Größe, die Wehrführung in den aktuellen Umbruchzeiten in jüngere Hände zu legen. Hillebrand und Göbel hätten die Briloner Feuerwehr gut durch ihre Zeit geführt und auf die Zukunft hin ausgerichtet. Dass smit seinem Amtseid manchmal wohl „ein Widerspruch zu Wünschen und Forderungen der Kameradinnen und Kameraden“ verbunden gewesen sein, räumte Wilfried Hillebrand in seiner Abschiedsrede ein. Und auch hier zeigte er coram publico Größe: „Falls ich jemanden als Leiter der Feuerwehr verletzt oder brüskiert habe, so bitte ich um Verzeihung.“ 


Feuerwehr-Ehrenzeichen in Gold

Für seine Verdienste um das Feuerwehrwesen überreichten Bezirksbrandmeister Uwe Wiedenbeck (Winterberg) und stv. Kreisbrandmeister Uwe Schwarz (Olsberg) Wolfgang Hillebrand das Feuerwehrehrenzeichen in Gold.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Tambourkorps der Frw. Feuerwehr unter Leitung von Freddy Rennerich.


Feuerwehr Brilon in Zahlen:

12 Löschgruppen, 1 Löschzug

432 aktive Mitglieder

106 Mitglieder in der Ehrenabteilung

87 Mitglieder in sieben Jugendfeuerwehr - Einheiten

52 Mitglieder im Tambourkorps




Brilon Tim Guse  - global beliebter Künstler öffnet Galerie

Westfalenpost / Lokalausgabe

06.10.2021

Monika Wiegelmann


Tim Guse aus Brilon begann erst 2020 mit dem Malen. Nun hat er Anfragen aus Berlin, London und Paris. Wo man seine Kunst in Brilon finden kann:            

                                                       

Von Null auf 100… Tim Guse aus Brilon startet durch.... Dieser Mann sprüht ebenso vor Energie wie seine Bilder. Der ehemalige Sozialarbeiter Tim Guse aus Brilon (Wülfte) begann durch Corona-Langeweile erst im Frühjahr 2020 zu malen und machte sehr schnell mit seinen ganz besonderen Modern Art Bildern auf sich aufmerksam. „Ich hatte vorher nie einen Pinsel in der Hand, war nie in Galerien, hatte keinen digitalen Account.“ 


Mit fünf Farben angefangen

„Ich habe vor 18 Monaten nicht gewusst, was in mir schlummert. Meine Schwester aus Berlin hat mir im Frühjahr 2020 zwei Leinwände und Farben geschenkt, die sie nicht mehr brauchte. Damit wurde mir die Kunst mit 30 Jahren in die Wiege gelegt“, lachte er. Er begann zu malen...mit seiner persönlichen einzigartigen Technik: „Ich stelle mich vor eine leere Leinwand, nehme in beide Hände Kohle und ziehe mit geschlossenen Augen an beiden Seiten Linien. Dann öffne ich die Augen und male, was ich sehe. Angefangen habe ich mit fünf Farben, heute habe ich 350.“

Seine Bilder sprühen vor Energie, Lebenslust und Farben. Seine neuesten erzählen manchmal bis in den letzten Winkel eine Geschichte, von Alltagssituationen, emotionalen Momenten. Es sind überwiegend Gesichter, offene Augen in die man schaut. „Man erkennt meine Kunst am orangenen Ohr.“ Er trifft seine Farbauswahl spontan, manchmal in Sekunden und bringt seine Gedanken mit Acryl- und Pastellfarben, Sprühlack und Kohle auf die Leinwand, Stoff oder Leder.


Berlin, London, Paris

Nachdem er die ersten Werke im Keller seines Hauses in Wülfte gemalt und vor allem auf digitalen Kanälen wie Instagram veröffentlicht hatte, ging es rasant weiter. Bald wurden Kunsthändler und Galerien in Berlin, London, Paris auf seine mittlerweile 250 Werke aufmerksam und im September 2021 wurde „TIM ONDAY“ (sein Künstlername) sogar angesprochen, seine neue Kunst auf der Fashion-Week in Mailand zu präsentieren. 

Er bekam Angebote, Galerien in Berlin und anderen Städten zu eröffnen und ist bereits in Kunstbüchern bis nach Australien vertreten. Mit der digitalen Galerie, in die er bereits einige andere Künstler aufgenommen hat, „habe ich mir ein zweites Standbein aufgebaut.“ 



  Kulturleiter Thomas Mester gratulierte Tim Guse zur Kunstgalerie-Eröffnung in Brilon.                    
  Foto: Monika Wiegelmann        

Traum von der eigenen Galerie

Jetzt bekam der Künstler in Brilon die Chance seines Lebens und konnte am vergangenen Freitag bei einer Vernissage seine „TIM-Gallery“ in einem leerstehenden Raum der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten eG in Brilon eröffnen. Perfekt für eine Kunstgalerie: Ein großer lichtdurchfluteter Raum mit riesiger Fensterfront. 

Die Stadt Brilon setzt auf das Projekt Leerstandsmanagement mit Fördergeldern. Der junge Macher ist nun der erste, der von diesem Projekt profitiert und sich so seinen Traum von der eigenen Galerie erfüllen konnte. „Er hat es angepackt“, zollte auch Kulturleiter Thomas Mester (Brilon BWT) Tim Guse Respekt. „Eine Kunstgalerie an so einem Platz ist für Brilon schon wichtig.“

„Jetzt kann ich meinen Traum verwirklichen“, freute sich Guse. „Das soll hier ein Umschlagplatz für Künstler werden. Ich möchte hier auch anderen Künstlern weltweit einen Ausstellungsraum geben.“ Damit hat er schon bei der Eröffnung begonnen und auch Werke von den Künstlern René Pauli (Gevelsdorf), Francesco Mario Petta (Siegburg) und Andreas Wilhelm Wien (Bielefeld) präsentiert. Und er plant schon weiter: „Ich will auch Theater hier reinbringen.“ 



            


        

        


Brilon: Keine Grundstücke - Privatverkäufer in der Pflicht?

Westfalenpost / Lokalausgabe

04.10.2021

Jana Naima Schopper 


Familien müssen für ihr Traumhaus auf die Dörfer ausweichen – in Brilon gibt es keinen Bauplatz mehr. Was die Stadt dagegen unternimmt.  


In der Kernstadt kann die Stadt Brilon zurzeit keine städtischen Baugrundstücke anbieten. Das bestätigt eine Sprecherin der Stadt der WP Brilon. Die Verwaltung bietet seit vergangenem Jahr auf der eigenen Internetseite das Immobilienportal für private Grundstücke an, wo neben den städtischen Baugrundstücken mittlerweile auch teilweise die privaten Baulücken eingesehen werden können. Die meisten Interessenten müssen aber auf das Dorf ausweichen. 


Bauen in Brilon: Ortsteile mit verfügbaren Grundstücken

Verfügbare Baugrundstücke in den Ortsteilen gibt es nur noch in Brilon-Wald (1), in Hoppecke (8), in Madfeld (9) sowie in Messinghausen (5). Der Preis pro Quadratmeter liegt dabei zwischen 25 Euro und 43 Euro. „Grundsätzlich fehlen Baugrundstücke zurzeit vor allem in der Kernstadt. Aufgrund der nicht vorliegenden Bauplätze ist festzustellen, dass Familien, welche ein Baugrundstück in Brilon gesucht haben, teilweise auf die einzelnen Ortsteile ausweichen“, heißt es seitens der Stadt. 


Im Briloner Stadtgebiet befinden sich momentan Baugebiete in Rösenbeck, Thülen und Gudenhagen-Petersborn in der Erschließung. Hier kann in naher Zukunft mit dem Bau von Eigenheimen begonnen werden. In der Kernstadt wurden Planverfahren in den Bereichen „An den Galmeibäumen“, „Am Hellenteich“ sowie „Hellehohlweg“ eingeleitet. Ein weiteres Bauleitplanverfahren wurde in Altenbüren im Bereich „Unter dem Kreuzberg“ begonnen. In den Ortslagen von Wülfte und Radlinghausen wurden die nicht mehr benötigten Schulgebäude abgebrochen. Die nun frei gewordenen Grundstücke werden zu fünf bzw. drei Bauplätzen parzelliert und zeitnah zum Verkauf angeboten. 


Grundstücke in Brilon – Die Stadt schafft Immobilienportal 

Grundsätzlich fehlen Baugrundstücke zurzeit vor allem in der Kernstadt. „Aufgrund der nicht vorliegenden Bauplätze ist festzustellen, dass Familien, welche ein Baugrundstück in Brilon gesucht haben, teilweise auf die einzelnen Ortsteile ausweichen“, so das Briloner Team für Öffentlichkeitsarbeit. 


Die Stadt Brilon hat, wie bereits vorher erwähnt, das Immobilienportal um die privaten Baugrundstücke erweitert. „Sollten Bauwillige Interesse an diesen privaten Baugrundstücken zeigen, besteht die Möglichkeit, eine Anfrage an die Stadt Brilon über ein vorgegebenes Formular zu stellen. Die Verwaltung leitet diese Anfrage dann an den privaten Grundstückseigentümer weiter. Der Verkauf von Häusern/Immobilien soll weiterhin unseren Banken und Immobilienhändlern vor Ort vorbehalten sein.“


Ansprechpartner sind Frank Tilly (02961/794120; f.tilly@brilon.de) und Isabell Frigger (02961/794121; i.frigger@brilon.de) vom Gebäude- und Liegenschaftsmanagement.



Briloner Feuerwehr erhält neue Leitung

Westfalenpost / Lokalausgabe

28.09.2021

Jürgen Hendrichs


Zwei Dienstperioden stand Wolfgang Hillebrand an der Spitze der Feuerwehr Brilon. Jetzt hört er auf - und so geht es weiter. 


Die Feuerwehr Brilon erhält eine neue Leitung. Nach zwei Dienstperioden tritt Wehrführer Wolfgang Hillebrand (59) in den Ehrenamts-Ruhestand. Als seinen Nachfolger hat Kreisbrandmeister Bernd Krause (Bödefeld) den bisherigen stellvertretenden Leiter der Briloner Feuerwehr, Thomas Bauerfeind (49, Alme), vorgeschlagen. Mit Hillebrand scheidet auch der bisherige weitere Stellvertreter Hillebrands, Wilfried Göbel (59, Messinghausen), aus dem Dienst aus; Göbel hatte diese Position seit 2010 inne. 


Wahl am Donnerstag im Rat

Für die beiden vakant werdenden Stellvertreter-Funktionen hat der Kreisbrandmeister nach der verfahrensmäßig üblichen Anhörung Andreas Becker (Brilon), Pressesprecher der Feuerwehr Brilon, und Manuel Henke, derzeit Leiter der Löschgruppe Wülfte, vorgeschlagen. 

Die formale Wahl steht Donnerstag, 30. September, in der Sitzung des Rates Brilon auf der Tagesordnung.


Lehrgänge nachholen

Während Stadtbrandinspektor Thomas Hillebrand für die volle sechsjährige Amtszeit ernannt werden kann, ist bei seinen beiden Stellvertretern zunächst nur eine kommissarische Übertragung des Ehrenamtes auf zwei Jahre möglich. Grund: Beide müssen innerhalb dieser Zeit noch einen speziellen Lehrgang nachholen, um die fachliche Qualifikation für die Leitungsfunktion nachzuholen. Danach kann die weitere Bestellung erfolgen.


Thomas Bauerfeind ist stellvertretender Leiter der Briloner Feuerwehr. Außerdem leitet der den Löschzug-Ost, eine taktische Einheit, die aus den Löschgruppen Alme, Thülen, Madfeld, Nehden und Rösenbeck besteht. Hauptberuflich ist er beim Rettungsdienst des Hochsauerlandkreises in der Zentrale für Feuerwehrschutz in Enste angestellt. 


Wolfgang Hillebrand gibt aus Altersgründen die Leitung der Briloner Feuerwehr ab. Mit nahezu 60 Jahren sich noch einmal für weitere sechs Jahre wählen zu lassen, sei nicht nötig, „wenn gute jüngere Leute da sind“, so Hillebrand zur WP. Der Feuerwehr bleibt Hillebrand allerdings erhalten. Hauptberuflich ist er im Bereich Feuerschutz beim Ordnungsamt der Stadt Brilon tätig. In dieser Funktion wird er sich weiterhin um die Wartung der technischen Ausrüstung der Briloner Feuerwehr im Gerätehaus kümmern.

In der Feuerwehr Brilon sind 430 Aktive tätig, darunter sieben Frauen. Die Jugendfeuerwehr besteht aus rund 80 Jungen und Mädchen.



Schützen Wülfte: 1850 Euro in der Spendenbox

Westfalenpost / Lokalausgabe 

26.08.2021


Die Schützenbruderschaft St. Anna Wülfte freut sich, den Spendenfond der Stadt Brilon „Spende Hochwasserschäden“ mit 1850 Euro unterstützen zu können.

Auf dem Schützenfest „light“ wurde eine Spendenbox zur Unterstützung der Hochwasser-Opfer aufgestellt, eine Summe von 650 Euro wurde ditekt gespendet. 

Die weitere Aufstockung ergibt sich aus den Spenden der Gage des Spielmannszuges Wülfte und des Musikvereins Messinghausen und der Aufstockung durch die Schützenbruderschaft St.Anna Wülfte.

,,Wir möchten uns hiermit bei allen  Beteiligten für die gute Resonanz und die Unterstützung unserer Spendenaktion bedanken", teilt die Schützenbruderschaft St.Anna mit.


 

Fahnenweihe am 25. Juli in Wülfte

Westfalenpost / Lokalausgabe 

20.07.2021


St.-Anna-Schützen wahren Tradition


Wülfte Auch in diesem Jahr muss das Hochfest der Schützenbruderschaft St. Anna Wülfte 1828 ausfallen. „Unser amtierendes Königspaar, Jan Müller und Melissa Bange, kann zwar in diesem Jahr nicht wie geplant feiern, hat aber die Hoffnung, dass sie hoffentlich im nächsten Jahr ihr Hochfest begehen können. Da uns durch die Absage des Schützenfestes die Möglichkeit verwehrt ist, unsere diesjährigen Jubelpaare entsprechend zu würdigen, wollen wir zumindest ganz herzlich zu ihren Jubiläen gratulieren“, teilt der Vorstand mit.

Und weiter: „Wir wünschen allen viel Kraft, Zuversicht, Gesundheit und Optimismus, dass wir uns nach überstandener Krise wieder zu einer Feier unter Normalbedingungen zusammenfinden können. Trotz der Absage unseres Schützenfestes, möchten wir die Wülfter Bevölkerung höflich darum bitten, ihre Häuser zu beflaggen, um damit die Tradition zu wahren und ein Zeichen der Verbundenheit in dieser nicht ganz einfachen Zeit zu setzen.“


Hochamt und Gefallenenehrung

Unter den bestehenden Pandemieregeln soll am Sonntag, 25. Juli, um 10 Uhr eine Schützenmesse im Park mit anschließender Gefallenenehrung am Ehrenmal stattfinden. In diesem Schützenhochamt wird die frisch restaurierte Fahne gesegnet und eingeweiht. „Selbstverständlich ist für uns die Gesundheit der Wülfter Bevölkerung und unserer Gäste immer das Wichtigste. Aus diesem Grund werden wir alle von unserer Bundes- und Landesregierung vorgegebenen Regularien einhalten. Aktuell besteht keine Testpflicht, empfehlen möchten wir dies dennoch, um euch und andere zu schützen.“ In den Tagen vor dem Schützenfest „light“ wird, wie im vergangenen Jahr, ein Bierverkauf an der Schützenhalle stattfinden. Über alle geplanten Aktionen wird kurzfristig am örtlichen Aushang und im Internet informiert.



Vorstandswahlen bei den Wülfter St.-Anna -Schützen

Westfalenpost / Lokalausgabe

13.07.2021



Der aktuelle Vorstand der St. Anna Schützenbruderschaft mit König Jan Müller

 

Zur Generalversammlung der Schützenbruderschaft St. Anna Wülfte begrüßte der 1.Vorsitzende Josef Ising 46 Schützen, 

unter ihnen den amtierenden Schützenkönig Jan Müller, Ortsvorsteher Erich Canisius und Jubelkönig 40 Jahre Franz-Josef Göke.

Nach den Tagesordnungspunkten Begrüßung, Totengedenken, Verlesung der Niederschrift und des Jahresberichtes wurde den 

Schützen die aktuelle Kassenlage dargestellt. Alle Berichte wurden ohne Einwände von der Versammlung angenommen.


Es folgte als wichtigster Tagesordnungspunkt die Neuwahl für einen Teil des Vorstandes.


Der 2. Vorsitzende und Hauptmann Reinhold Wiese, Zugführer Björn Kraft, Fahnenoffizier neue Fahne Christian Falken sowie 

die Begleitoffiziere Daniel Winkler und Fabian Henke wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. 

Christian Niggemeier wurde ebenfalls einstimmig zum neuen Rechnungsführer gewählt. Er löst Markus Arens ab, 

der sich aus beruflichen Gründen für dieses Amt nicht mehr zur Wahl gestellt hat. 

Markus bleibt dem Vorstand treu und wurde zum Fahnenoffizier neue Fahne einstimmig gewählt. 

Heiko Henke wurde zum Fähnrich neue Fahne einstimmig durch die Versammlung gewählt. Hans Jürgen Arens ersetzt den

ausscheidenden Kassenprüfer Thorsten Jochheim. In weiteren Punkten informierte Josef Ising über den Landkauf der Bruderschaft in 2020

und die abgeschlossene Restaurierung der alten Fahne. Zum Abschluss bedankte sich Josef Ising bei allen Helfern des Jahres.



Brilon: Ganz private Einblicke – So sieht es in Gärten aus

Westfalenpost / Lokalausgabe

30.06.2021

von Monika Wiegelmann

  Einer von acht Gärten aus Brilon                                                                                  Foto: Monika Wiegelmann


Acht Briloner Hausbesitzer öffnen ihre Gärten und geben private Einblicke. Wie es hinter der Gartentür aussieht und was die Gärten speziell macht.

Acht Hausbesitzer öffneten am Sonntag in Brilon ihre liebevoll gestalteten Gärten für Besucher und bekamen auch Besuch von der 17. Briloner Waldfee, Zoe Tilly, die allen einen Briloner Waldfeenlikör mitbrachte. Die Leute freuten sich, dass sie bei herrlichem Wetter einen Blick in die ganz individuellen und alle liebevoll angelegten privaten Gartenparadiese werfen durften. Jede idyllische grüne Oase hatten ihren ganz eigenen Charme und der Erfolg der Aktion „Die Gärten der Briloner Waldfee“ war überwältigend.

„Ich fand, dass wir einen eindrucksvollen Querschnitt der Vielfalt der Gärten in unserer Stadt präsentiert bekommen haben“, freute sich Friedel Schumacher (Vorsitzender AK Natur und Landschaft, Brilon natürlich) über eine Aktion, mit der ganz vielen Menschen eine Freude gemacht wurde.


Einige dieser facettenreichen Briloner Gärten hat auch die WP-Mitarbeiterin besucht.


„Die Idee an der Aktion teilzunehmen, hatten unsere Enkelkinder“


Familie Sprenger (Rochusstraße 5): „Die Idee, an der Aktion von „Brilon natürlich“ teilzunehmen, hatten unsere vier Enkelkinder“, erklärt Hiltrud Sprenger. „Sie haben ganz viel geholfen, mit immer neuen Ideen.“ 

Dass sich in diesem Garten auch Kinder wohlfühlen, zeigte der selbstgebaute Kletterturm mit Schaukeln. Zwischen Blumen und Sträuchern entdeckte man selbstgebaute Elemente für Blumen und eine Sitzecke mit langer Familienbank. An eine alte Nachbarin erinnern die Bruchsteine ihres Kellers als heutigen Windschutz der Freiterrasse. „So haben wir noch eine Erinnerung an sie“. An schöne Urlaube erinnern eine Palme vom Jakobsweg und eine Orchidee aus Venedig. Für die Besucher gab es eine Antiquitätenausstellung in der Garage. „Wir haben für diesen Tag alles vom Boden heruntergeschleppt“. Eine alte Kartoffelwaage, die Küchenwaage von Tante Sophie (geb. 1907), Opas verrostete Schlittschuhe und weitere historische Schätze. 


Waldfee überreicht signierte Erinnerungskarten

Im Garten des Museums Haus Hövener verbrachten die großen und kleinen Mitglieder der Briloner Gewandschneiderei in historischen Gewändern einen schönen Tag. Mit dabei die fast 91-jährige Maria Morgenroth. Ständig schauten Familien vorbei, um sich den schönen Hochgarten anzusehen. Vor allem die Kinder freuten sich, als auch die Waldfee vorbeikam und eine Klanggeschichte vorlas und ihnen eine signierte Erinnerungskarte überreichte. Groß war die Freude der Kleinen auch über frisch geflochtene Frauenmantelkränze von Museumsmitarbeiterin Doris Tilly.


Im Kneippgarten im Kurpark: informierten Petra Hillebrand und Rita Karte (Kneipp-Verein Brilon-Olsberg) die Kurparkbesucher an einem Stand vor dem Kneipp-Garten über Wildkräuter. „Wir möchten heute den Frauenmantel zum Kleid der Waldfee vorstellen.“ Dazu gab es Köstlichkeiten wie Frauenmantelkuchen, eisgekühlte Minzbowle und Fichtenspitzensirup. Auch die Waldfee staunte über den duftenden Kneipp-Garten. „Alle Gärten sind wunderschön und man merkt, dass die Leute nach der Coronazeit froh sind, dass mal wieder etwas läuft“, erklärte sie. „Hinter den vielen Gärten vermutet man gar nicht, dass sie so schön sind.“


Rosenexpertin

 Foto: Monika Wiegelmann


„Diese Rosen sind der Hammer“, staunte nicht nur eine Besucherin bei Sabine Luis und ihrer Familie in Wüfte über das außergewöhnlich schön angelegte Rosenparadies. „Die Frau hat den grünen Daumen.“ Im großen Garten blühten unglaublich viele verschiedene Rosenarten. Sabine Luis hat 1989 angefangen, den üblichen Gemüsegarten zu einem Blumengarten umzugestalten. Mittlerweile ist sie längst Rosenexpertin. „Man muss ihre Ansprüche kennen und wissen, welche Lichtverhältnisse für sie wichtig sind. Aber man darf sie auch nicht zu sehr verwöhnen“, betonte sie. Nicht nur die Farbtupfer in den Rosenbeeten durch andere Pflanzen zogen die Blicke auf sich, sondern auch ausgefallene Gartendekorationen.



Wülfte: Kellerbrand und Unfall mit Roller

Westfalenpost / Lokalausgabe

31.05.2021


Einen Kellerbrand und einen Verkehrsunfall gab es am Freitagnachmittag in Brilon-Wülfte. Hier die Details. 

Gleich zweimal gab es am Freitagnachmittag auf der Wülfter Straße in Brilon-Wülfte für die Rettungskräfte Arbeit: 


Gegen 17.40 wurde die Feuerwehr zu einem Wohnungsbrand alarmiert. Vor Ort stellte sich das als Kellerbrand in einem Einfamilienhaus heraus. Die Löschgruppen Wülfte und Alme und der Löschzug Brilon waren mit insgesamt 44 Kräften im Einsatz. 

Unter schwerem Atemschutz ging die Feuerwehr gegen den Brand vor. Binnen weniger Minuten war die Lage unter Kontrolle und das Belüften des Gebäudes konnte begonnen werden. Die drei Bewohner blieben unverletzt. Zur Brandursache konnte die Feuerwehr noch keine Angaben machen. 


Rollerfahrer missachtet Stoppschild

Bereits gegen 14.30 Uhr mussten Rettungskräfte und Polizei zu einem Unfall ausrücken. Ein 71 Jahre alter Rollerfahrer hatte nach Angaben der Polizei beim Abbiegen von der Wülfter Straße auf die B 480 das Stoppschild nicht beachtet und war von einem Pkw erfasst worden. 

Dessen 19-jährige Fahrerin zog sich ebenso wie der Rollerfahrer leichte Verletzungen, beide wurden vorsorglich ins Krankenhaus eingeliefert. 




Neue Bildtafeln dokumentieren Dorfgeschichte

Westfalenpost / Lokalausgabe

27.04.2021


Ortsvorsteher Erich Canisius, Ortsheimatpfleger Walter Ising und Stefan Kraft (von Links) vor der Infotafel.


Mit zwei neuen Bildtafeln in der Infotafel möchte der Dorfverein Wülfte die Wülfter Dorfgeschichte anschaulich machen.

Basierend auf den Nachforschungen des langjährigen Ortsheimatpflegers Werner Vogt machten sich Ortsvorsteher Erich Canisius,

Ortsheimatpfleger Walter Ising und Stefan Kraft daran, Dorfgeschichte zu dokumentieren und wichtige Wegmarken der Dorfentwicklung festzuhalten.

Die größte Herausforderung – so Erich Canisius – war dabei die Auswahl einzelner Ereignisse aus einer Vielzahl von überlieferten Daten und Begebenheiten.

Eine ausführliche Darstellung geschichtlicher Ereignisse ist demnächst unter www.wuelfte.de zu finden.





Brilon: 21-jähriger bei schwerem Verkehrsunfall eingeklemmt


Westfalenpost / Lokalausgabe

21.04.2021


Wülfte. Ein 21-jähriger Autofahrer ist im Raum Brilon gegen einen Baum geprallt. 

Er wurde dabei eingeklemmt und schwer verletzt. Die Fakten: 

                                                                          

Schwere Verletzungen zog sich am frühen Dienstagmorgen ein 21 Jahre alter Autofahrer bei einem Unfall am Kapellenstein, 

der Verbindungsstraße vom Briloner Ortsteil Wülfte nach Alme, zu. Er war kurz vor 7.30 Uhr in Richtung Alme unterwegs, als er aus bislang unbekannter Ursache nach links von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. 

Der Wagen überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. In der Erstmeldung der Rettungsleitstelle hieß es, 

dass der Fahrer in seinem Wagen eingeklemmt sei. Beim Eintreffen der Rettungskräfte war er jedoch 

bereits nicht mehr im Wagen, so die Polizei.


Ersthelfer befreit Autofahrer in Brilon-Wülfte


Der Fahrer wurde von einem Ersthelfer aus dem Fahrzeug befreit und bis zum Eintreffen von Notarzt und Rettungsdienst von der Feuerwehr erstversorgt. Er wurde vom Rettungsdienst schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Die Feuerwehr sicherte das Fahrzeug gegen einen möglichen Brand ab und reinigte die Fahrbahn. Daneben wurde in der Bankette auslaufendes Motoröl aufgenommen, die untere Wasserbehörde ist ebenfalls verständigt worden. 


Die Straße musste für die Rettungsarbeiten bis 10 Uhr voll gesperrt werden. Die Löschgruppen Wülfte und Alme sowie der Löschzug Brilon waren mit 25 Einsatzkräften vor Ort. Zur Unfallursache und zur Schadenshöhe liegen der Feuerwehr keine Angaben vor. 




Schützenfeste Brilon: Saison soll nicht komplett ausfallen.
Westfalenpost / Lokalausgabe

25.03.2021


Die Vorsitzenden der Schützen- und Heimatvereine des Stadtgebiets 

kamen mit dem Vorstand des Stadtschützenverbandes Brilon zusammen, 

um über die Schützenfestsaison 2021 zu beraten.

Foto: Stadtschützenverband Brilon


Im zweiten Corona-Jahr wird es auch in Brilon keine Schützenfeste geben, wie man sie kennt. Es soll Alternativen geben. das ist bisher bekannt: 


„Traditionelle Schützenfeste, wie wir sie kennen und gewohnt sind, kann es auch in diesem Jahr nicht geben. Darüber herrscht im Stadtverband Einigkeit“, erklärt der Vorsitzende des Stadtschützenverbandes Brilon, Tobias Tilli, beim Vorstandstreffen der Schützen- und Heimatvereine und des Stadtschützenverbandes Brilon. Gemeinsam wurde über die Schützenfestsaison 2021 beraten – im zweiten Corona-Jahr. 


Die Vorsitzenden verständigten sich jedoch darauf, dass die Feste nicht gänzlich ausfallen werden. Demnach wird jeder Verein im Rahmen der sich pandemiebedingt stetig ändernden Infektionsschutzvorgaben und -verordnungen eigene Ideen entwickeln, sodass zumindest ein Teil des Schützenfestes gefeiert werden kann.



„Das hat schon im Jahr 2020 gut geklappt. Damit werden unsere Schützenfeste nicht gänzlich ausfallen, sie werden eben anders sein. Unsere Schützenbrüder können sich auf vielfältige und kreative Ideen freuen“, gibt sich Tobias Tilli zuversichtlich.

 

Kein Vogelschießen


Geeinigt hat man sich ebenfalls darauf, dass es 2021 keine Vogelschießen geben wird. Die Königspaare, die seit 2019 ihre Vereine repräsentieren, regieren damit ein weiteres Jahr. Bürgermeister Dr. Bartsch, der ebenfalls am Treffen teilnahm, nahm diese Entscheidung positiv auf, denn so könne er die Königspaare im nächsten Jahr zum traditionellen Empfang ins Rathaus einladen, da dieser sowohl 2020 ausfiel und auch 2021 abgesagt werden muss. Außerdem wird das für September in Wülfte geplante Stadtschützenfest verschoben und 2021 nicht stattfinden. Ausrichter des nächsten Stadtschützenfestes bleibt die St.-Anna-Schützenbruderschaft Wülfte, die mit dem Vorstand des Stadtschützenverbandes über einen neuen Termin beraten wird.



„Wir wünschen allen Schützen, Familien, Mitbürgerinnen und Mitbürgern das, was auch 2021 am meisten zählt: Gesundheit und Durchhaltevermögen. Bleibt dem Schützenwesen treu, denn es kommen ganz sicher wieder Zeiten, in denen wir unbeschwert die Freuden unserer Schützenfeste genießen können“, so der erste Vorsitzende des Stadtschützenverbandes, Tobias Tilli, zum Abschluss des Treffens.




Sturmböen: Feuerwehr Brilon mehrfach im Einsatz

Westfalenpost / Lokalausgabe

15.03.2021

Umgestürzte Bäume im Bereich von Brilon


Brilon: Heftige Sturmböen, Regen, Graupelschauer - das Wochenendwetter war ziemlich ungemütlich und hat am Samstag die Briloner Feuerwehr gleich mehrfach auf den Plan gerufen. Am Vormittag war die Feuerwehr alarmiert worden, weil auf der B 480 Richtung Alme durch den Wind ein Baum auf die Fahrbahn gefallen war. Die Löschgruppe Wülfte, die zu dem Einsatz alarmiert worden war, konnte den Einsatz jedoch wieder abbrechen, da bereits ein Landwirt den Baum mit seinem Trecker von der Fahrbahn gezogen hatte.

Mehrere Alarmierungen

Am späten Samstagnachmittag gab es erneut mehrere sturmbedingte kleinere Feuerwehreinsätze. Das bestätigte Andreas Becker, Pressesprecher der Briloner Feuerwehr, auf Anfrage der WP. Um 17.26 Uhr wurde die Feuerwehr zu einer Hilfeleistung Hinterm Schönschede in Brilon alarmiert, weil dort ein Baum auf der Fahrbahn lag. Kurze Zeit später gab es einen weiteren Einsatz auf der B 480, weil in Höhe des Abzweigs Büren ein Baum auf die Straße gestürzt war. Und um 18 Uhr erfolgte eine Alarmierung nach Altenbüren. Im Bereich „Rote Kuhlen“ waren zwei Bäume und ein Telefonmast umgestürzt. 



Corona: Brilon stützt Wirtschaft mit Rekord-Investitionen


Westfalenpost / Lokalausgabe

12.02.2021

Jürgen Hendrichs



Auch eine Möglichkeit, als Stadt der heimischen Wirtschaft Impulse zu geben: 

Die ehemalige Schule in Wülfte soll abgerissen und der Spielplatz verlegt werden. 

Hier entstehen fünf Bauplätze. Im Bild: Ortsvorsteher Erich Canisius

Foto: Jürgen Hendrichs


Erstmals seit fünf Jahren weist die Stadt Brilon für 2021 wieder einen defizitären Haushalt aus. Das Investitions-Budget ist so groß wie noch nie                                                                   

Nach fünf Jahren mit schwarzen Zahlen geht die Stadt Brilon wieder mit einem Defizit ins Haushaltsjahr. Ausgaben in Höhe von 73,525 Millionen Euro stehen Erträge von lediglich 72,760 Mio Euro gegenüber. Allerdings steht Kämmerer Franz Heers die mit knapp 13 Millionen Euro prall gefüllte Ausgleichsrücklage zur Verfügung.

Damit kann die Stadt ihren Etat glätten. Das Defizit von 765.000 Euro stellt gegenüber der Einbringung des Etats im November eine deutliche Verbesserung dar. Damals war die Stadt noch von einem Defizit in Höhe von 1,9 Millionen Euro ausgegangen. Was Bürgermeister Dr. Bartsch damals sagte, gilt nach wie vor: „Wir werden trotz der Defizite der Jahre 2020 und 2021 unsere Haushaltsautonomie nicht verlieren und auch nicht von der Substanz leben müssen.“ 

Kommt erneute Gewerbesteuer-Kompensation?

Nach wie vor bestimmt die Corona-Pandemie das öffentliche Leben. Die damit verbundenen Aufwendungen und Ertragseinbußen belasten den Haushalt. Beispiel Gewerbesteuer. 26 Millionen Euro hatte die Stadt für das vergangene Jahr kalkuliert. Letztlich federte die rund 8,4 Millionen Euro schwere Corona-Kompensationsleistung des Bundes und des Landes die Ausfälle im Haushalt ab. 

Für dieses Jahr kalkuliert die Stadt mit 24 Millionen Euro - noch allerdings gibt es um eine neuerliche Corona-Zuwendung eine Hängepartie, und die kommunalen Spitzenverbände schlagen Alarm. Offenbar sieht der Bund hier künftig in erster Linie die Länder in der Pflicht, für die finanzielle Ausstattung ihrer Städte und Gemeinden zu sorgen, hieß es noch Anfang dieser Woche beim Neuen Kämmerer, der Plattform für Finanzentscheider im öffentlichen Sektor. Die Steuersätze lässt die Stadt weiterhin unverändert. 

Rekord-Investitionsbudget

Mit 23,5 Millionen Euro erreicht das Investitions-Budget „bisher nicht erreichte Sphären“, so Bürgermeister Dr. Bartsch. Damit will die Stadt ein Zeichen für die „wechselseitige Verpflichtung“ von öffentlicher Hand und heimischer Wirtschaft setzen. So wie sich die Stadt auf die Unternehmen und ihre Mitarbeiter, die „Träger der hohen öffentlichen Einnahmen“ verlassen könne, so möchte sie nun ihrerseits mit ihren Investitionsmöglichkeiten Impulse setzen - auch unter Inkaufnahme erhöhter Schulden. Dafür sind in diesem Jahren zehn Millionen Euro geplant.

Zu den Maßnahmen zählen u.a. neue Dächer für die Bürgerhäuser Nehden, Bontkirchen und Messinghausen und der Leichenhalle auf dem Friedhof Rösenbeck, Um- und Ausbaumaßnahmen an den Kindergärten Madfeld und Altenbüren (494.500 Euro), die Erneuerung des Treppenhauses in der Engelbert-Schule (250.000 Euro). 



Verzögerungen im Straßenbau

Weil wegen der Corona-Pandemie zum Beispiel bei Straßenbaumaßnahmen Anlieger-Versammlungen nicht wie gewohnt stattfinden können, werden etliche Maßnahmen ins nächste Jahr geschoben. U.a. betrifft das den Ausbau des Kreuzwegs in Alme, den Ausbau der Otto-Dörfer-Straße und der Parkstraße in Hoppecke oder die Bergstraße in Scharfenberg.

Von 1,3 Millionen auf 3,0 Millionen Euro aufgestockt hat die Stadt im Haushaltsplan das Investitions-Darlehn für das Krankenhaus. Allerdings fließt kein zusätzliches Geld, sondern es handelt sich um das um das bisher noch nicht verbrauchte Restkontingent von 1,7 Millionen Euro. 


Neue Bauplätze auf der „Sonnenterrasse der Stadt Brilon“

Indirekt profitiert die heimische Wirtschaft zum Beispiel auch von der Ausweisung von neuen Bauplätzen in Wülfte. Die 1963 gebaute und nur bis 1968 für ihren originären Zweck genutzte Schule wird abgerissen. Eine Zeitlang war sie von Vereinen und dem Briloner ADH genutzt worden, seit etwa 20 Jahren brachte die Stat dort Obdachlose und bis zu 30 Asylbewerber unter. Ortsvorsteher Erich Canisius freut sich über die Bauplätze, immerhin sei die „Sonnenterrasse der Stadt Brilon“ mehr und mehr zu einem nachgefragten Wohnort geworden.


Holzpreise ziehen an

Eine erfreuliche Entwicklung gibt es zurzeit auf dem Holzmarkt. Die Preise ziehen an. Das nahm die Stadt zum Anlass, die Erträge um 800.000 Euro auf 3,34 Millionen Euro anzuheben. Allerdings bleibt ein Loch von rund einer Million Euro zu stopfen. Im abgelaufenen Jahr war es noch rund die Hälfte.

Die Neupflanzungskosten - geplant sind 500.000 Setzlinge - sowie das kostspielige Aufarbeiten an den befallenen Hanglagen und auch die Wiederherrichtung der völlig zerfahrenen Wald- und Wirtschaftswege geht ins Geld. 


Info


Mehr Hunde durch Corona

Bei der Einkommenssteuer erwartet die Stadt

rund 11,5 Millionen Euro, das sind - coronabedingt - rund zwei

Millionen weniger als 2020.


Die Personalaufwendungen steigen von 14,1 auf 14,8 Millionen Euro.


Ein kleiner corona Lichtblick: Die Stadt rechnet bei der Hundesteuer 

mit einem Plus von 10 000 Euro. So mancher neu angeschaffte Hund 

dürfte das Homeoffice auflockern; 140 000 Euro sind eingeplant.








                                                                                                                                       

                                    

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